Interdigitierendes dendritisches Zellsarkom, primär kutanes

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/08/16 18:56

Interdigitierendes dendritisches Zellsarkom, primär kutanes

Syn: Interdigitierendes dendritisches Zellsarkom, IDCS, primär kutanes interdigitierendes dendritisches Zellsarkom

Engl: Primary cutaneous interdigitating dendritic cell sarcoma

Def: Extrem seltenes malignes Neoplasma aus interdigitierenden dendritischen Zellen mit primär kutaner Manifestation, biologisch aggressiv mit Neigung zu Rezidiv und Metastasierung

Histr: Seit den 1980er Jahren beschrieben, durch WHO als eigenständige Entität innerhalb der histiozytären und dendritischen Zellneoplasien klassifiziert

Vork: Sehr selten, Einzelfallberichte, überwiegend Erwachsene mittleren Alters

Gen: Keine pathognomonische Mutation, komplexe Karyotypveränderungen, vereinzelt MAPK-Signalweg-Alterationen beschrieben, meist BRAF-Wildtyp

Ät: Maligne Transformation interdigitierender dendritischer Zellen aus T-Zell-Arealen lymphatischer Organe mit ektopischer kutaner Manifestation

Pg: Neoplastische Proliferation mit Verlust der Antigenpräsentationsfunktion, Aktivierung proliferativer Signalwege, invasives Wachstum, lymphogene und hämatogene Dissemination

Etlg: Primär kutane isolierte Form, systemische Form mit sekundärer Hautbeteiligung

KL: Derbe erythematöse bis livide Knoten oder Plaques, rasche Größenzunahme, Ulzeration möglich, selten B Symptome wie Fieber oder Gewichtsverlust

Lok: Häufig Kopf-Hals-Region und Stamm, prinzipiell jede Hautregion möglich

Di: Histologie und Immunhistochemie essenziell, Bildgebung zum Staging, Ausschluss anderer dendritischer oder histiozytärer Neoplasien

Lab: Unspezifisch, ggf. LDH erhöht bei systemischer Erkrankung

Hi: Dichte diffuse Infiltrate aus spindeligen bis polygonalen pleomorphen Zellen mit irregulären Zellkernen, prominenten Nukleolen, hoher Mitoseaktivität, häufig Nekrosen

IHC: Immunhistochemisch S100 positiv, CD68 und CD45 häufig positiv, negativ für CD1a und Langerin zur Abgrenzung von Langerhans-Zell-Neoplasien, variable Expression von Fascin, hoher Ki 67-Proliferationsindex

Ass: Seltene Assoziation mit anderen malignen Erkrankungen oder immunologischen Dysregulationen

So: Kutane Manifestation als initiales Zeichen einer systemischen Erkrankung

DD: Langerhans Zell Histiozytose mit CD1a und Langerin Positivität, histiocytäres Sarkom mit CD68 Dominanz, kutane Lymphome mit lymphatischem Immunprofil, metastatische Melanome mit S100 und Melan A Koexpression

Prog: Ungünstig mit hoher Rezidivrate und Metastasierung, Prognose abhängig von Stadium und Therapieresponse

Prop: Keine spezifische Prophylaxe

Th: Primär weite chirurgische Exzision bei lokalisiertem Befall, adjuvante Radiotherapie zur lokalen Kontrolle, systemische Chemotherapie bei disseminierter Erkrankung, häufig CHOP-ähnliche Schemata, Einzelfallberichte zu Targeted Therapien bei MAPK-Aktivierung, engmaschiges onkologisches Follow-up

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