PHACE-Syndrom
PHACE-Syndrom
Syn: PHACES, PHACE(S)-Syndrom
Engl: PHACE syndrome
Def: Neurokutanes Fehlbildungssyndrom mit segmentalen infantilen Hämangiomen des Gesichts und Fehlbildungen des Gehirns, der Arterien, des Herzens, des Auges und des Sternums
Histr: Seit 1996 beschrieben, Diagnosekriterien später durch Konsensusgruppen standardisiert
Vork: Sehr selten, überwiegend weibliche Neugeborene betroffen
Gen: Keine einheitliche Mutation, vermutlich sporadisch, Hinweise auf somatischen Mosaizismus, vereinzelte CNVs beschrieben
Ät: Fehlentwicklung zerebrovaskulärer und kardialer Strukturen in früher Embryogenese, unklare Auslöser
Pg: Störung neuraler Crest-Zellmigration und Gefäßentwicklung führt zu cerebrovaskulären, kardialen und okularen Fehlbildungen
TF: Keine klassischen Trigger, Manifestation angeboren
Etlg: Klassisches PHACE ohne Sternalspalt, PHACES mit Sternalspalte oder supraumibilicaler Raphe
KL: Große segmentale Hämangiome im Gesicht, neurologische Symptome, Entwicklungsstörungen, kardiale und arterielle Fehlbildungen
Lok: Gesicht (Hämangiome), zerebrale Arterien, Herz, Augen, Sternum
Di: MRT/MRA von Gehirn und Gefäßen, Echokardiographie, Augenuntersuchung, Dermatologiebefund, Screening nach PHACE-Konsensuskriterien
Lab: Keine spezifischen Laborparameter, Diagnostik primär bildgebend
Hi: Infantiles Hämangiom mit proliferierenden Endothelzellen, keine spezifischen histologischen Marker für PHACE
Ass: Arterielle Dysplasien, Dandy-Walker-Malformation, Coarctatio aortae, epibulbäre Dermoids, sternaler Defekt
So: PHACE ohne augen- oder herzbezogene Befunde, minimal variant PHACE
DD: Isolierte infantile Hämangiome, andere neurokutane Syndrome, vaskuläre Anomalien ohne Hämangiom
Prog: Abhängig von vaskulären und zerebralen Fehlbildungen, Hämangiome bilden sich meist zurück
Prop: Frühe Diagnostik, Monitoring zerebrovaskulärer Risiken, kardiologische Kontrolle
Th: Propranolol für Hämangiome, neurovaskuläres und kardiologisches Management, multidisziplinäre Betreuung