Seborrhoische Keratosen gehören zu den häufigsten gutartigen Hauttumoren des höheren Lebensalters. Trotz ihrer weiten Verbreitung ist ihre Entstehung bislang nur unvollständig verstanden. Eine spanisch-italienische Fall-Kontroll-Studie untersuchte nun, ob genetische Varianten in DNA-Reparaturgenen mit dem Auftreten zahlreicher seborrhoischer Keratosen assoziiert sind. Analysiert wurden 294 Melanompatienten, wobei Patienten mit mehr als 50 seborrhoischen Keratosen mit solchen verglichen wurden, die weniger als zehn Läsionen aufwiesen. Von den untersuchten genetischen Varianten zeigte ausschließlich der Polymorphismus rs25487 im DNA-Reparaturgen XRCC1 eine signifikante Assoziation mit einer hohen Zahl seborrhoischer Keratosen. Träger dieser Variante hatten ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko, zahlreiche Läsionen zu entwickeln. Darüber hinaus bestätigte die Studie das steigende Lebensalter als wichtigen Risikofaktor. Patienten mit hellen Hauttypen (Fitzpatrick I–II) waren ebenfalls häufiger betroffen als Personen mit dunkleren Phototypen. Die Autoren vermuten, dass eine genetisch bedingte verminderte Effizienz der DNA-Reparatur zur Entstehung seborrhoischer Keratosen beitragen könnte. Die Ergebnisse liefern damit einen weiteren Hinweis darauf, dass neben Alter und UV-Exposition auch individuelle genetische Faktoren an der Pathogenese beteiligt sind. Aufgrund des retrospektiven Designs und der Untersuchung ausschließlich bei Melanompatienten sollten die Befunde jedoch in unabhängigen Bevölkerungsstudien bestätigt werden.
Quelle:
Dermatology. 2026 Mar 8. http://doi.org/10.1159/000551368
DNA Repair Gene Polymorphisms as Genetic Factors Associated with Presence of Seborrheic Keratoses.
Ciobotariu I, Bueno-Molina RC, García-Valdecasas LM, Requena C, Moro R, Traves V, Kumar R, Nagore E.