Maligne Hauttumoren sind im Kindes- und Jugendalter selten, unterscheiden sich jedoch in wichtigen klinischen und molekularbiologischen Aspekten von den entsprechenden Tumoren bei Erwachsenen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst die Besonderheiten von Melanom, Basalzellkarzinom (BCC), kutanem Plattenepithelkarzinom (cSCC) und Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP) zusammen. Pädiatrische Melanome lassen sich molekular in unterschiedliche Gruppen einteilen: Neben Melanomen vom Erwachsenentyp mit BRAF- oder NRAS-Mutationen finden sich Spitz-Melanome, bei denen häufig Kinasefusionen eine zentrale Rolle spielen, sowie Melanome im Zusammenhang mit kongenitalen melanozytären Nävi, die typischerweise NRAS-Veränderungen aufweisen. Gerade das Spektrum der Spitz-Tumoren bleibt diagnostisch anspruchsvoll, wobei die molekulare Charakterisierung zunehmend bei Klassifikation und Risikoeinschätzung helfen kann. Basalzellkarzinome bei Kindern entstehen im Gegensatz zu den häufig UV-assoziierten Tumoren des Erwachsenenalters insbesondere im Rahmen genetischer Syndrome oder nach iatrogenen Expositionen wie Radiatio. Pädiatrische cSCC sind vor allem mit DNA-Reparaturdefekten, Immunsuppression und chronisch-entzündlichen Erkrankungen assoziiert. Für beide Tumorarten ist aufgrund der zugrunde liegenden Prädisposition häufig eine langfristige dermatologische Überwachung erforderlich. Das DFSP ist zwar ebenfalls selten, stellt jedoch das häufigste kutane Sarkom im Kindesalter dar und ist typischerweise durch eine COL1A1-PDGFB-Fusion charakterisiert. Insgesamt unterstreicht die Übersicht, dass Hautkrebs bei Kindern und Jugendlichen nicht lediglich als seltene Variante der entsprechenden Erkrankungen bei Erwachsenen betrachtet werden sollte. Altersspezifische Risikofaktoren, Tumorbiologie und molekulare Diagnostik müssen bei Diagnosestellung, Therapieplanung und Nachsorge berücksichtigt werden.
Quelle:
J Dermatol. 2026 May;53(5):733-745. http://doi.org/10.1111/1346-8138.70243
Pediatric Skin Cancer: Melanoma, Basal and Squamous Cell Carcinomas, and Dermatofibrosarcoma Protuberans.
Kato M, Otsuka A, Dummer R.