Die Sklerodaktylie ist eine häufig funktionell beeinträchtigende Manifestation der systemischen Sklerose (SSc), bei der die fortschreitende dermale Fibrose zu Hautverhärtung, eingeschränkter Fingerbeweglichkeit, Gelenkkontrakturen und digitalen Ulzerationen führen kann. Etablierte systemische Therapien können den Krankheitsverlauf beeinflussen, eine bereits ausgeprägte Einschränkung der digitalen Beweglichkeit lässt sich jedoch häufig nur unzureichend verbessern. Nachdem intradermale Hyaluronidase bereits bei der SSc-assoziierten Mikrostomie als lokaler Therapieansatz untersucht wurde, beschreibt eine aktuelle Video-Publikation erstmals die Anwendung serieller intradermaler Hyaluronidase-Injektionen bei Sklerodaktylie. Durch den enzymatischen Abbau von Hyaluronsäure in der extrazellulären Matrix soll die Gewebesteifigkeit reduziert und dadurch die Beweglichkeit der betroffenen Finger verbessert werden. Der Bericht eröffnet damit einen interessanten lokalen Therapieansatz für eine bislang nur schwer behandelbare funktionelle Folge der systemischen Sklerose. Die Evidenz ist allerdings noch äußerst begrenzt: Aus der erstmalig beschriebenen Anwendung lassen sich weder Wirksamkeit und Dauer des Effekts noch optimale Dosierung, Injektionsintervalle und Langzeitsicherheit ableiten. Kontrollierte Untersuchungen mit objektiven funktionellen Endpunkten sind erforderlich, bevor der Stellenwert intradermaler Hyaluronidase bei Sklerodaktylie beurteilt werden kann.
Quelle:
JAMA Dermatol. 2026 May 13. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2026.0772
Digital Intradermal Hyaluronidase Injections for Sclerodactyly in Systemic Sclerosis.
Whittelsey M, Mahajan A, Grullon K, LaChance A, Hashemi K.