Paroxetin bei therapierefraktärem Rosazea-Erythem: randomisierte Studie zeigt Wirksamkeit (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/10/19 09:02

Paroxetin bei therapierefraktärem Rosazea-Erythem: randomisierte Studie zeigt Wirksamkeit (NEWSBLOG 2026)

Für das persistierende Erythem und Flush-Symptome bei Rosazea stehen insbesondere bei unzureichendem Ansprechen auf etablierte Therapien nur begrenzte Behandlungsoptionen zur Verfügung. Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von Paroxetin bei Patienten mit moderatem bis schwerem therapierefraktärem Rosazea-Erythem.

Die Teilnehmer erhielten über zwölf Wochen entweder Paroxetin 25 mg täglich oder Placebo. Insgesamt schlossen 97 Patienten die Studie ab, davon 49 unter Paroxetin und 48 unter Placebo. Den primären Endpunkt, einen Behandlungserfolg im Clinical Erythema Assessment (CEA; CEA 0 oder 1 beziehungsweise Verbesserung um mindestens zwei Grade), erreichten nach zwölf Wochen 42,9 % unter Paroxetin gegenüber 20,8 % unter Placebo (p = 0,02). Damit war die Ansprechrate unter Paroxetin etwa doppelt so hoch.

Auch mehrere sekundäre Endpunkte fielen zugunsten von Paroxetin aus. Eine Verbesserung des Flushings um mindestens zwei Punkte wurde bei 44,9 % gegenüber 25,0 % erreicht (p = 0,04). Zudem besserten sich das gesamte Flushing sowie insbesondere das Brennen der Haut; letzteres zeigte bei 46,9 % unter Paroxetin gegenüber 18,8 % unter Placebo eine Besserung (p = 0,003). Auch depressive Symptome verbesserten sich statistisch signifikant.

Als häufigste unerwünschte Wirkungen wurden Schwindel, Müdigkeit beziehungsweise Lethargie, Übelkeit, Dyspepsie und Muskelzittern berichtet. Zu berücksichtigen ist, dass ausschließlich eine Dosierung von 25 mg täglich und eine Behandlungsdauer von zwölf Wochen untersucht wurden. Aussagen zu optimaler Dosierung, längerfristiger Wirksamkeit und Sicherheit sind daher nicht möglich.

Die Ergebnisse liefern kontrollierte klinische Evidenz für Paroxetin als mögliche Off-label-Therapie des ausgeprägten therapierefraktären Rosazea-Erythems. Der Effekt auf Erythem, Flush und Brennen ist besonders interessant und könnte auf eine Modulation neurovaskulärer beziehungsweise neurogener Mechanismen der Rosazea hinweisen. Wegen des Nebenwirkungs- und Interaktionsprofils eines SSRI sowie möglicher Absetzsymptome sollte Paroxetin jedoch nicht als unkritische Standardtherapie verstanden werden.

Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2026 Jun 3. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2026.05.116
JAAD Game Changers: Paroxetine is an effective treatment for refractory erythema of rosacea: primary results from the Prospective Rosacea Refractory Erythema Randomized Clinical Trial.
Lee K.

Erstellt von Thomas Brinkmeier am 2026/09/13 13:27
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