Tumornekrosefaktor-α-Inhibitoren erhöhen das langfristige Risiko für hellen Hautkrebs und Melanome (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/06/29 09:48

Tumornekrosefaktor-α-Inhibitoren erhöhen das langfristige Risiko für hellen Hautkrebs und Melanome (NEWSBLOG 2026)

TNF-α-Inhibitoren zählen zu den wichtigsten Therapien chronisch-entzündlicher Erkrankungen. Eine große retrospektive Kohortenstudie liefert nun weitere Hinweise darauf, dass diese Medikamente langfristig mit einem erhöhten Risiko für kutane Malignome assoziiert sind. Analysiert wurden die Daten von 56.209 Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, darunter 13.377 Personen mit einer TNF-α-Inhibitor-Therapie. Nach multivariabler Adjustierung war die Behandlung mit einem signifikant erhöhten Risiko für Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome, Melanome sowie für Hauttumoren insgesamt assoziiert. Beruhigend ist jedoch, dass sich weder für nichtmelanozytäre Hauttumoren noch für Melanome Hinweise auf aggressivere Tumoreigenschaften fanden. Weder der histopathologische Schweregrad der Basal- und Plattenepithelkarzinome noch das klinische Stadium der Melanome unterschieden sich zwischen Patienten mit und ohne TNF-α-Inhibitor-Therapie. Die Ergebnisse sprechen daher nicht für biologisch aggressivere Tumoren, sondern vielmehr für eine erhöhte Erkrankungshäufigkeit. Die Autoren empfehlen, dieses Risiko bei der Langzeitbetreuung zu berücksichtigen und regelmäßige dermatologische Hautkrebsscreenings in das Management von Patienten unter TNF-α-Inhibitoren zu integrieren.

Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2026 Feb 16. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2026.02.035
Tumor necrosis alpha inhibitor therapy is associated with increased long-term risk of nonmelanoma skin cancer and melanoma: A retrospective cohort study.
Driscoll CB, Schwab G, Quan VL, McKenney J, Hooper MJ, Ramesh Kumar SKS, Kundu RV, Kundu SD.

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