Hay-Wells-Syndrom

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/08/17 23:30

Hay-Wells-Syndrom

Syn: AEC-Syndrom, Ankyloblepharon-ektodermale Dysplasie-Kraniosynostose-Syndrom

Engl: Hay-Wells syndrome (AEC syndrome)

Def: Seltene autosomal-dominante ektodermale Dysplasie mit Ankyloblepharon filiforme (Verwachsung der Lidränder von Ober- und Unterlid), kongenitalen Hauterosionen und ektodermalen Anomalien

Histr: Erstbeschreibung 1976 durch Hay und Wells

Vork: Sehr selten, sporadisch oder familiär auftretend

Gen: autosomal dominant vererbete Mutationen im TP63-Gen, meist im SAM-Domänenbereich, oder de novo Mutation

Ät: Pathogene TP63-Mutationen beeinträchtigen ektodermale Entwicklung

Pg: Gestörte Keratinozytendifferenzierung und Adhäsion führen zu Hauterosionen und ektodermalen Defekten

TF: Mechanische Belastung verstärkt Hauterosionen, sekundäre Infektionen möglich

KL: Ankyloblepharon filiforme, erosive Dermatitis, Haaranomalien, Nageldystrophie, Hypodontie, Gaumenspalte möglich

Lok: Gesicht, Kopfhaut, periokulär, Hautfalten, Nägel, Zähne

Di: Klinik und molekulargenetische Bestätigung durch TP63-Testung

Lab: Keine spezifischen Laborparameter

Ass: Gaumenspalten, Atemprobleme, Infektanfälligkeit

DD: Rapp-Hodgkin-Syndrom, EEC-Syndrom, andere TP63-assoziierte Dysplasien

Prog: Chronisch stabil, Hauterosionen verbessern sich mit dem Alter, funktionelle Einschränkungen möglich

Prop: Infektvermeidung, sorgfältige Hautpflege, frühzeitige Augen- und HNO-Kontrollen

Lit:  

Th: Wundmanagement, Behandlung sekundärer Infektionen, chirurgische Korrektur von Spaltbildungen

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