Miliare perifollikuläre B-Zell-Lymphome
Miliare perifollikuläre B-Zell-Lymphome
Syn: miliares kutanes B-Zell-Pseudolymphom
Engl: Miliarial-type perifollicular B-cell pseudolymphoma
Def: Seltene reaktive lymphoproliferative Erkrankung der Haut mit perifollikulärer Akkumulation polyklonaler B-Zellen in miliar angeordneten Papeln, die ein kutanes Lymphom imitieren kann
Histr: Als Variante der kutanen Pseudolymphome beschrieben, klare Abgrenzung zu malignen Lymphomen durch histologische und immunhistochemische Kriterien
Vork: Sehr selten, genaue Prävalenz unbekannt, überwiegend bei Erwachsenen
Gen: Keine genetische Ursache, polyklonale B-Zellreaktion
Ät: Reaktive Immunantwort auf exogene oder endogene Antigene
Pg: Antigengetriebene Aktivierung von B-Zellen mit Bildung reaktiver Keimzentren und perifollikulärer Organisation ohne Monoklonalität
TF: Insektenstiche, Impfungen, Traumata, Infektionen
KL: Multiple kleine erythematöse oder hautfarbene Papeln mit perifollikulärer Betonung, meist asymptomatisch
Lok: Gesicht, Hals, obere Extremitäten
Di: Histologische Sicherung, Immunhistochemie mit Nachweis polyklonaler B-Zellen, Ausschluss kutaner Lymphome
Lab: In der Regel unauffällig, ggf. Borrelienserologie
Hi: Perifollikuläre lymphozytäre Infiltrate mit reaktiven Keimzentren, gemischte Zellpopulation ohne Atypien
DD: Kutane B-Zell-Lymphome, Borrelienlymphozytom, entzündliche Dermatosen wie Lupus miliaris disseminatus faciei
Prog: Gutartig, häufig stabil oder regressiv, kein maligner Verlauf bei Polyklonalität
Th: Beobachtung, Exzision, antibiotische Therapie bei Borreliose, topische oder intraläsionale Glukokortikoide