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Aleukaemia cutis (NEWSBLOG)
Die folgende Studie beschreibt zwei Fälle von akuter myeloischer Leukämie (AML), bei denen Hautmanifestationen auftraten (Verdickung der Gesichtshaut, Urtikaria-ähnliche Läsionen). Leukaemia cutis tritt bei 10% bis 15% der Patienten mit AML auf. Die kutane Infiltration von AML geht jedoch selten der Beteiligung des Knochenmarks oder des peripheren Blutes voraus und wird als Aleukaemia cutis bezeichnet. Leukaemia cutis als erste Manifestation von Leukämie ist sehr selten und kann zu einer verzögerten Diagnose führen und die Prognose des Patienten beeinflussen.
Quelle:
J Cutan Pathol. 2020 Mar 20. http://doi.org/10.1111/cup.13690.
Aleukemia Cutis: Clinicopathological and Molecular Investigation of Two Cases.
Azari-Yaam A, Safavi M, Ghanadan A.
Risikofaktoren für schwere Hymenopterengiftallergie (NEWSBLOG)
Sechs signifikante Risikofaktoren für eine schwere Anaphylaxie bei Insektengiftallergie wurden identifiziert: 1) kurzes Intervall vom Stich bis zur Reaktion, 2) Fehlen von Urtikaria oder Angioödem während der Anaphylaxie, 3) höheres Alter, 4) männliches Geschlecht, 5) Erhöhung des basalen Serum-Tryptase-Spiegels, 6) Diagnose einer systemischen Mastozytose. Patienten mit schwerer Anaphylaxie nach einem Feldstich haben im Vergleich zu Patienten mit leichter Anaphylaxie kein erhöhtes Risiko für systemische Reaktionen zu Beginn der spezifischen Immuntherapie; daher sind hier zusätzliche präventive Maßnahmen nicht erforderlich.
Quelle:
Ann Allergy Asthma Immunol. 2020 Mar 18. pii: S1081-1206(20)30151-4. http://doi.org/10.1016/j.anai.2020.03.007.
Predictors of severe anaphylaxis in Hymenoptera venom allergy: The importance of absence of urticaria and angioedema.
Chapsa M, Roensch H, Langner M, Beissert S, Bauer A.
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Hautbarriere bei Rosacea (NEWSBLOG)
Bisher gab es keine detaillierte molekulare Analyse zu Veränderungen der Permeabilitätsbarriere in der Haut von Patienten mit Rosacea. Ziel dieser Studie war es, die Barriereveränderungen in Proben von Probanden mit papulopustulöser Rosacea zu untersuchen. Der Barriereschaden bei papulopustulöser Rosacea war in unerwarteter Weise ähnlich wie bei atopischer Dermatitis. Zusammengefasst zeigten diese Untersuchungen neben der bekannten Dysregulation immunologischer, vaskulärer und neurologischer Funktionen deutliche Veränderungen der Permeabilitätsbarriere bei papulopustulöser Rosacea auf molekularer Ebene, was die Bedeutung von Rosacea-Therapien, die auf Barrierereparatur abzielen, unterstreicht.
Quelle:
J Invest Dermatol. 2020 Mar 19. pii: S0022-202X(20)31198-2. http://doi.org/10.1016/j.jid.2020.02.025.
Rosacea Is Characterized by a Profoundly Diminished Skin Barrier.
Medgyesi B, Dajnoki Z, Béke G, Gáspár K, Szabó IL, Janka EA, Póliska S, Hendrik Z, Méhes G, Törőcsik D, Bíró T, Kapitány A,
Szegedi A.
Injektionstiefe von Botulinumtoxin (NEWSBLOG)
15 Frauen erhielten intradermale Injektionen von Botulinumtoxin in die Stirn und 14 Frauen erhielten intramuskuläre Injektionen. Der maximale faltenreduzierende Effekt wurde in Woche 2 dokumentiert. Die Wirkdauer war in beiden Gruppen gleich; die subjektive Zufriedenheit mit der Wirkung ebenfalls. Die Augenbrauenposition wurde in den Wochen 2 und 4 in der intramuskulären Injektionsgruppe gesenkt und blieb in der intradermalen Injektionsgruppe während der gesamten Nachbeobachtungszeit erhalten. Die intradermale Injektion war jedoch schmerzhafter.
Quelle:
Dermatol Surg. 2020 Mar 17. http://doi.org/10.1097/DSS.0000000000002379
Are There Differences Between Intradermal and Intramuscular Injections of Botulinum Toxin on the Forehead?
Kim YJ, Lim OK, Choi WJ.
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Pityriasis rosea in der Frühschwangerschaft (NEWSBLOG)
Pityriasis rosea ist eine häufige, akute und selbstlimitierende Dermatose, die mit der endogenen systemischen Reaktivierung des humanen Herpesvirus (HHV)-6 und / oder HHV-7 assoziiert ist. Die Beeinträchtigung der Immunantwort in der Schwangerschaft begünstigt die Virusreaktivierung und möglicherweise auch die intrauterine Übertragung von HHV-6/7. Es ist dokumentiert, dass Pityriasis rosea bei schwangeren Frauen häufiger auftritt (18%) als in der Allgemeinbevölkerung (6%). Patientinnen, die eine Fehlgeburt erlitten, zeigten Berichten zufolge meist einen aggressiveren Verlauf mit teils schweren Begleitsymptomen. Die Gesamtabortrate bei Frauen, die während ihrer Schwangerschaft Pityriasis rosea entwickelten (13%), unterscheidet sich nicht von der in der Allgemeinbevölkerung. Trotzdem ist sie in den ersten 15 Schwangerschaftswochen deutlich höher (57%). Wenn bei einer schwangeren Frau ein Exanthem auftritt, das auf Pityriasis rosea hindeutet, werden spezifische Anti-HHV-6- und -7-IgM-Antikörper nur bei einem geringen Prozentsatz infizierter schwangerer Frauen nachgewiesen. Daher sollte die HHV-6- und -7-DNA im Plasma mittels PCR ermittelt werden. Insbesondere in den ersten 15 Schwangerschaftswochen sollten schwangere Frauen mit positiven PCR-Ergebnissen, hoher Viruslast, starkem Pruritus, massivem Exanthem und/oder Enanthem neben einem engen Monitoring eine angemessene Informationen über die bestehenden Risiken erhalten. Die Entscheidung, ob antivirale Substanzen off-label verabreicht werden, sollte bei jeder Schwangeren individuell abgewogen werden. Angesichts des guten Sicherheitsprofils von Aciclovir kann eine Dosis von 400 mg 3x/Tag für 1 Woche in Betracht gezogen werden.
Quellen:
Acta Dermatovenerol Croat. 2016 Dec;24(4):312-313.
Gestational Pityriasis Rosea: Suggestions for Approaching Affected Pregnant Women.
Monastirli A, Pasmatzi E(1), Badavanis G, Tsambaos D.
J Cutan Med Surg. 2020 Mar/Apr;24(2):207-208. http://doi.org/10.1177/1203475420902049.
Pityriasis Rosea: Risk and Treatment During Pregnancy.
Alajmi A, Jfri A, Pehr K.
Nasenkeime und atopische Dermatitis (NEWSBLOG)
Der Schweregrad der atopischen Dermatitis korreliert sowohl mit der Besiedlung der Haut als auch der Nase durch Staphylococcus aureus. Staphylococcus aureus scheint die Reaktion vom TH2-Typ zu fördern, während Koagulase-negative Staphylokokken diesen Prozess wahrscheinlich einschränken. Bei atopischen Patienten sollten vorbeugende Maßnahmen in den vorderen Nasenlöchern getroffen werden.
Quelle:
Dermatitis. 2020 Mar 21. http://doi.org/10.1097/DER.0000000000000568.
Nasal Colonization by Staphylococci and Severity of Atopic Dermatitis.
Blicharz L, Usarek P, Młynarczyk G, Skowroński K, Rudnicka L, Samochocki Z.
Sulfasalazin bei Granuloma anulare (NEWSBLOG)
16 Patienten mit granulomatöser Hauterkrankungen wurden mit Sulfasalazin behandelt. Frühere erfolglose Behandlungen erfolgten bei 15 Patienten. Eine klinische Verbesserung konnte bei 14 Patienten (87,5%) erzielt werden; 10 Patienten (62,5%) gaben eine vollständige oder nahezu vollständige Remission an. Sulfasalazin (500 mg/Tag bis zu 2x1500 mg/Tag) kann als Behandlungsoption für das Granuloma annulare und verwandte granulomatöse Erkrankungen (anuläres elastolytisches Riesenzellgranulom und interstitielle granulomatöse Dermatitis) angesehen werden.
Quelle:
J Eur Acad Dermatol Venereol. 2020 Mar 26. http://doi.org/10.1111/jdv.16356.
Treatment of granuloma annulare and related granulomatous diseases with sulfasalazine: A series of 16 cases.
Yang YW, Lehrer MD, Mangold AR, Yiannias JA, Nelson SA, Pittelkow MR.
CTCL unter Dupilumab (NEWSBLOG)
Dupilumab ist ein Biologikum, das zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis (AD) mit Wirksamkeit bei der Verringerung von Puritus zugelassen ist. Das kutane T-Zell-Lymphom (CTCL) kann einer AD ähneln und einen schweren Juckreiz aufweisen. Das folgende Publikation berichtet über 7 Patienten mit CTCL-Progression nach Dupilumab. Dupilumab sollte bei Patienten mit CTCL vermieden werden.
Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2020 Mar 27. pii: S0190-9622(20)30470-9. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2020.03.050.
Progression of Cutaneous T-Cell Lymphoma after dupilumab: Case review of 7 patients.
Espinosa ML, Nguyen MT, Aguirre AS, Martinez-Escala ME, Kim J, Walker CJ, Pontes DS, Silverberg JI, Choi J, Pro B, Pincus LB,
Guitart J, Zhou XA.
Mycophenolat bei Morphea (NEWSBLOG)
Die systemische Erstlinientherapie bei Morphea umfasst Methotrexat mit oder ohne systemische Kortikosteroide. Wenn dieses Regime unwirksam, nicht toleriert oder kontraindiziert ist, wird ein Versuch mit Mycophenolatmofetil (MMF) oder Mycophenolsäure (MPA) - hier als Mycophenolat bezeichnet - empfohlen. Die Evidenzlage für diese Empfehlung ist jedoch schwach. Diese retrospektive Kohortenstudie mit 77 Patienten kam zu dem Schluss, dass Mycophenolat eine gut verträgliche und effektive Behandlungsoption bei refraktärer, schwerer Morphea ist.
Quelle:
JAMA Dermatol. 2020 Apr 1. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2020.0035.
Evaluation of the Effectiveness and Tolerability of Mycophenolate Mofetil and Mycophenolic Acid for the Treatment of Morphea.
Arthur M, Fett NM, Latour E, Jacobe H, Kunzler E, Florez-Pollack S, Houser J, Sharma S, Prasad S, Femia A, Stern MJ, Pappas-Taffer LK, Gaffney R, Fernandez AP, Knabel D, Cardones AR, Leung N, Laumann A, Yu JM, Zhao J, Vleugels RA, Tkachenko E, Lo K.
BRAF-Inhibitor und Morbus Grover (NEWSBLOG)
Bei Patienten unter BRAF-Inhibitor-Monotherapie wurde zunehmend über einen medikamentös induzierten Morbus Grover berichtet. Die kutanen Nebenwirkungen scheinen sekundär zu einer paradoxen Aktivierung des Mitogen-aktivierten Proteinkinase-Signals durch BRAF-Inhibitor-Therapie zu entstehen, was zur Proliferation von Keratinozyten führt. Die Kombinationstherapie mit einem MEK-Inhibitor scheint einen BRAF-induzierten Morbus Grover zu verhindern.
Quelle:
Dermatol Online J. 2020 Feb 15;26(2). pii: 13030/qt3ps33564.
BRAF inhibitor and hairy cell leukemia-related transient acantholytic dermatosis.
Singh AG, Tchanque-Fossuo CN, Elwood H, Durkin JR.