Amitriptylin-Tropfen beim Burning-Mouth-Syndrom: deutliche Linderung in kleiner Fallserie (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/10/11 08:29

Amitriptylin-Tropfen beim Burning-Mouth-Syndrom: deutliche Linderung in kleiner Fallserie (NEWSBLOG 2026)

Das Burning-Mouth-Syndrom (BMS) ist ein chronisches neuropathisches Schmerzsyndrom der Mundschleimhaut, das insbesondere postmenopausale Frauen betrifft und therapeutisch schwierig sein kann. Eine retrospektive Fallserie untersuchte 13 postmenopausale Frauen mit primärem BMS, die niedrig dosiertes Amitriptylin in Form oraler Tropfen erhielten. Die flüssige Darreichungsform ermöglichte eine individuelle Titration bis zur jeweils niedrigsten wirksamen Dosis. Zu Beginn lag die mittlere Schmerzintensität auf der visuellen Analogskala (VAS) bei 7,4 und der Dermatology Life Quality Index (DLQI) bei 13,8. Während einer Nachbeobachtung von sechs bis zwölf Monaten erreichten 12 von 13 Patientinnen (92,3 %) eine klinisch relevante Besserung: Bei sechs kam es zu einer vollständigen Remission, weitere sechs erreichten eine Schmerzreduktion von mindestens 50 %. Die mittlere VAS sank auf 1,7 und der mittlere DLQI auf 3,2. Eine symptomatische Besserung setzte typischerweise innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Erreichen der individuell wirksamen Dosis ein und blieb im weiteren Verlauf erhalten. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass niedrig dosiertes Amitriptylin mit vorsichtiger individueller Titration eine interessante Option beim therapierefraktären primären BMS sein kann. Die Aussagekraft ist jedoch aufgrund des retrospektiven Designs, der sehr kleinen Fallzahl und des Fehlens einer Kontrollgruppe erheblich eingeschränkt; insbesondere lassen sich Placeboeffekte und der natürliche Krankheitsverlauf nicht sicher abgrenzen. Kontrollierte Studien sind erforderlich, um Wirksamkeit, optimale Dosierung und Langzeitsicherheit dieser Strategie belastbar zu bestimmen.

Quelle:
J Dtsch Dermatol Ges. 2026 Jun 11. http://doi.org/10.1111/ddg.70392
Amitriptyline oral drops for the treatment of burning mouth syndrome: a case series of 13 patients.
Licata G, Caccavale S, Arisi M, Ariasi C, Giorgio CM.

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