IDH1-mutierte Melanome als seltene molekulare Subgruppe mit Hochrisikomerkmalen (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/08/12 07:30

IDH1-mutierte Melanome als seltene molekulare Subgruppe mit Hochrisikomerkmalen (NEWSBLOG 2026)

Mutationen der Isocitrat-Dehydrogenase 1 (IDH1) sind als onkogene Treiber unter anderem bei Gliomen und hämatologischen Neoplasien etabliert, beim Melanom dagegen selten und bislang nur unzureichend charakterisiert. Eine retrospektive Fallserie untersuchte neun kutane Melanome mit mittels Next-Generation-Sequencing nachgewiesenen IDH1-Mutationen. Acht Tumoren wiesen die pathogene Variante IDH1 p.R132C auf, ein weiterer die Variante p.V178I. Auffällig war ein vergleichsweise aggressives klinisch-pathologisches Profil: Die Mehrzahl waren noduläre Melanome mit epitheloider Morphologie, einer medianen Breslow-Tumordicke von 2,87 mm, hoher mitotischer Aktivität und häufiger Ulzeration. Tumorinfiltrierende Lymphozyten waren überwiegend nur gering ausgeprägt oder fehlten. Immunhistochemisch exprimierten sämtliche Tumoren S100 und Melan-A; sechs Fälle zeigten eine starke PRAME-Expression, während bei allen Melanomen ein partieller oder vollständiger Verlust der p16-Expression nachweisbar war. Eine PD-L1-Expression mit einem Tumor-Proportion-Score zwischen 1 und 49 % fand sich in drei Fällen. Molekular besonders interessant war die häufige Kombination weiterer onkogener Veränderungen: Acht der neun Melanome trugen zusätzliche Mutationen des MAPK-Signalwegs, fünf außerdem TERT-Promotor-Mutationen. Vergleichbare Allelfrequenzen der IDH1-Mutationen und der begleitenden genetischen Veränderungen könnten dafür sprechen, dass IDH1-Veränderungen bereits früh an der Tumorentwicklung beteiligt sind. Die Ergebnisse charakterisieren IDH1-mutierte Melanome damit als seltene molekulare Subgruppe, die in dieser kleinen Serie auffällig häufig mit etablierten Hochrisikomerkmalen einherging. Ob IDH1 dabei tatsächlich eine eigenständige prognostische oder therapeutische Bedeutung besitzt, lässt sich aufgrund von nur neun Fällen jedoch noch nicht beurteilen und muss in größeren Kohorten geklärt werden.

Quelle:
Am J Dermatopathol. 2026 Mar 27. http://doi.org/10.1097/DAD.0000000000003272
Clinicopathological Study of a Series of Melanomas With IDH1 Mutation.
Carbonell-Zamorano J, Santonja-López N, Navarro L, Fernandez A, Calabuig-Fariñas S, Sabater-Marco V.

Erstellt von Thomas Brinkmeier am 2026/08/09 12:23
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