Für die juvenile lokalisierte Sklerodermie stehen bislang keine zugelassenen Standardtherapien zur Verfügung, wobei Methotrexat häufig als Erstlinientherapie eingesetzt wird. Eine aktuelle Kohortenstudie untersucht nun, ob Mycophenolatmofetil eine vergleichbare Alternative darstellen könnte. In dieser retrospektiven Analyse von 114 pädiatrischen Patienten wurden klinische Verläufe unter Methotrexat, Mycophenolatmofetil oder einer Kombination beider Substanzen verglichen. Die Auswertung zeigte, dass alle Therapieansätze zu einer signifikanten Reduktion der Krankheitsaktivität führten, ohne relevante Unterschiede zwischen den Gruppen. Auch hinsichtlich der Schubrate ergaben sich keine signifikanten Differenzen. Auffällig waren jedoch Unterschiede im Nebenwirkungsprofil: Patienten unter Methotrexat berichteten deutlich häufiger über Fatigue und Übelkeit als jene unter Mycophenolatmofetil. Dies spricht für eine bessere Verträglichkeit der letzteren Substanz. Die Ergebnisse legen nahe, dass Mycophenolatmofetil eine gleichwertige Wirksamkeit bei potenziell besserer Verträglichkeit bietet und somit als alternative Erstlinientherapie in Betracht gezogen werden könnte. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns sind jedoch prospektive, randomisierte Studien erforderlich, um diese Befunde zu bestätigen und die therapeutische Positionierung weiter zu klären.
Quelle:
JAMA Dermatol. 2026 Mar 1;162(3):271-278. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2025.5662.
Methotrexate and Mycophenolate Mofetil and Clinical Response in Juvenile Localized Scleroderma.
de Rosas EC, Wang JC, Zigler CK, Torok KS.