Isotretinoin und Dapson bei therapieresistentem EGFR-Inhibitor-induziertem papulopustulösem Exanthem (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/08/14 07:10

Isotretinoin und Dapson bei therapieresistentem EGFR-Inhibitor-induziertem papulopustulösem Exanthem (NEWSBLOG 2026)

Papulopustulöse Exantheme gehören zu den häufigsten dermatologischen Nebenwirkungen von EGFR-Inhibitoren und können so ausgeprägt sein, dass eine Dosisreduktion oder sogar ein Abbruch der onkologischen Therapie erforderlich wird. Tetrazykline gelten als systemische Standardtherapie, doch für therapierefraktäre Verläufe stehen bislang nur begrenzte Daten zur Verfügung. Eine australische retrospektive Studie verglich deshalb Isotretinoin und Dapson bei 16 Patienten mit Tetrazyklin-resistentem EGFR-Inhibitor-induziertem papulopustulösem Exanthem. Jeweils acht Patienten erhielten Isotretinoin beziehungsweise Dapson, wobei die Ausgangsbefunde in der Isotretinoin-Gruppe schwerer ausgeprägt waren. Unter Isotretinoin wurde das beste klinische Ansprechen im Mittel nach 14,9 Wochen erreicht, unter Dapson nach 21 Wochen. Eine vollständige Abheilung gelang bei 62,5 % beziehungsweise 50 % der Patienten; hinsichtlich der Gesamtansprechrate ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Therapien. Die Verträglichkeit war insgesamt gut: Unter Isotretinoin wurden lediglich leichte mukokutane Nebenwirkungen, unter Dapson bei einem Patienten eine leichte Anämie beobachtet. Klinisch besonders relevant ist die Beobachtung, dass Patienten, bei denen die EGFR-Inhibitor-Therapie – gegebenenfalls mit reduzierter Dosis – fortgeführt werden konnte, bei der Nachbeobachtung günstigere dermatologische Ergebnisse und ein höheres Überleben aufwiesen als Patienten nach Absetzen des EGFR-Inhibitors. Aufgrund des retrospektiven Designs und der sehr kleinen Fallzahl lässt sich daraus allerdings kein kausaler Überlebensvorteil ableiten. Die Ergebnisse sprechen vielmehr dafür, dermatologische Nebenwirkungen konsequent zu behandeln, um eine möglichst kontinuierliche onkologische Therapie zu ermöglichen. Isotretinoin und Dapson erscheinen hierfür bei Tetrazyklin-refraktären Verläufen als mögliche Therapieoptionen, wobei Isotretinoin in dieser kleinen Serie tendenziell schneller wirkte.

Quelle:

Australas J Dermatol. 2026 Mar 9. http://doi.org/10.1111/ajd.70087

Management of Treatment Resistant EGFR Inhibitor-Induced Papulopustular Exanthema With Isotretinoin and Dapsone.

Dixit I, Araujo RR, Fernandez-Peñas P.

223. Australas J Dermatol. 2026 Mar 9. doi: 10.1111/ajd.70087. Online ahead of print.

Erstellt von Thomas Brinkmeier am 2026/08/09 14:30
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