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Zuletzt geändert von Administrator am 2025/12/23 13:40

Apr. 27 2026

THERAPIEREFRAKTÄRER EXTRAGENITALER LICHEN SCLEROSUS: ERFOLG MIT FRAKTIONIERTEM CO2-LASER UND PRP (NEWSBLOG 2026)

Der extragenitale Lichen sclerosus stellt therapeutisch häufig eine Herausforderung dar, insbesondere bei unzureichendem Ansprechen auf hochpotente topische Steroide oder intraläsionale Therapien. Eine aktuelle Fallbeschreibung zeigt nun einen innovativen Behandlungsansatz mit kombinierter Laser- und PRP-Therapie. Berichtet wird über einen jungen Patienten mit einem seit sieben Jahren progredienten, sklerotischen Plaque am Oberschenkel, der auf Standardtherapien nicht angesprochen hatte. Nach drei Behandlungszyklen mit fraktioniertem CO₂-Laser in Kombination mit plättchenreichem Plasma (PRP) über sechs Monate kam es zu einer nahezu vollständigen klinischen Remission mit Abflachung der Läsion. Auch histologisch zeigten sich deutliche Regenerationsprozesse: eine Reduktion der Kollagen-Hyalinisierung, Wiederherstellung elastischer Fasern sowie vermehrte Fibroblastenaktivität und Neovaskularisation. Im einjährigen Follow-up blieb der Befund stabil ohne Rezidiv. Die Fallstudie liefert damit Hinweise auf ein mögliches synergistisches Wirkprinzip aus kontrollierter dermaler Remodellierung durch Lasertherapie und regenerativen Effekten durch PRP. Trotz der vielversprechenden Ergebnisse bleibt zu betonen, dass es sich um eine Einzelfallbeobachtung handelt und größere Studien zur Validierung dieses Ansatzes erforderlich sind.

Quelle:
Lasers Surg Med. 2025 Dec 27. http://doi.org/10.1002/lsm.70093.
Successful Treatment of Recalcitrant Extragenital Lichen Sclerosus With Fractional CO(2) Laser and Platelet-Rich Plasma: A Case Report With Histologic Evaluation.
Halim PA, Sirait SP, Wibawa LP, Yusharyahya SN, Ling MSS.

Apr. 26 2026

BOTULINUM IN SCHWANGERSCHAFT UND STILLZEIT: PRAXIS WEIT VORAUS VOR EVIDENZLAGE (NEWSBLOG 2026)

Der Einsatz von Botulinumtoxin Typ A (BoNT-A) gehört zum dermatologischen Alltag – doch wie sieht es in sensiblen Situationen wie Schwangerschaft und Stillzeit aus? Eine aktuelle Umfrage unter US-Dermatologen zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen klinischer Praxis und wissenschaftlicher Evidenz. In der Querschnittsbefragung mit 177 Teilnehmenden berichteten 75 %, dass Botulinumtoxin während der Stillzeit angewendet oder sogar selbst erhalten wurde – ohne dokumentierte Nebenwirkungen bei Säuglingen. Demgegenüber war der Einsatz in der Schwangerschaft deutlich zurückhaltender: 8 % im ersten Trimester, 5 % im zweiten und 7 % im dritten Trimester. Auch hier wurden keine fetalen Komplikationen berichtet. Diese Ergebnisse deuten auf eine zunehmende „Real-World-Akzeptanz“ insbesondere während der Laktation hin. Gleichzeitig bleibt die Datenlage dünn: Es handelt sich um selbstberichtete Erfahrungen ohne kontrollierte Sicherheitsbewertung. Während viele Dermatologen BoNT-A in der Stillzeit offenbar als risikoarm einschätzen, bleibt der Einsatz in der Schwangerschaft weiterhin restriktiv – im Einklang mit der aktuellen Vorsichtsstrategie. Die Studie unterstreicht damit ein zentrales Problem moderner Dermatologie: Die Praxis entwickelt sich häufig schneller als die evidenzbasierte Absicherung. Entsprechend bleibt der Bedarf an prospektiven, kontrollierten Studien hoch.

Quelle:
Dermatol Surg. 2025 Dec 31. http://doi.org/10.1097/DSS.0000000000004997.
Practice Versus Protocol: A Survey of Current Botulinum Toxin Use During Lactation and Pregnancy in Dermatology.
Cucalon J, Taylor D, Tolkachjov SN, Lutwak M, Weiss E.

Apr. 24 2026

BOTULINUMTOXIN BEI HYPERHIDROSE: ERWEITERTE ANWENDUNG ÜBER DIE AXILLA HINAUS (NEWSBLOG 2026)

Botulinumtoxin Typ A (BoNTA) ist seit Jahren als effektive Therapie der axillären und palmaren Hyperhidrose etabliert. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit zeigt nun, dass sich das Einsatzspektrum zunehmend auf weitere anatomische Regionen ausdehnt – insbesondere auf das Gesicht, die Kopfhaut und andere fokale Areale. In der Analyse von 33 klinischen Studien bestätigte sich die robuste Evidenz für die axilläre Hyperhidrose, wo randomisierte Studien konsistent eine deutliche Reduktion der Schweißproduktion sowie nachhaltige Verbesserungen der Lebensqualität belegen. Auch bei palmarer Hyperhidrose zeigte sich eine zuverlässige Wirksamkeit, wenngleich die Anwendung durch Injektionsschmerz und vorübergehende Muskelschwäche limitiert sein kann. Für kraniofaziale Hyperhidrose basiert die Evidenz überwiegend auf kleineren Kohorten und Fallserien. Dennoch berichten diese Studien über relevante klinische Verbesserungen bei akzeptablem Sicherheitsprofil – trotz heterogener Dosierungs- und Injektionsprotokolle. Insgesamt unterstreicht die Arbeit die zentrale Rolle von BoNTA in der Therapie der fokalen Hyperhidrose und erweitert zugleich das Verständnis für dessen Einsatzmöglichkeiten über klassische Indikationen hinaus. Für weniger etablierte Anwendungsbereiche besteht jedoch weiterhin Bedarf an größeren, standardisierten Studien, um optimale Behandlungsstrategien zu definieren.

Quelle:
Clin Dermatol. 2025 Dec 27. http://doi.org/10.1016/j.clindermatol.2025.12.003.
Beyond the Axilla: The Evolving Role of Botulinum Toxin in the Treatment of Facial, Scalp, and Focal Hyperhidrosis.
Farah J, Hanna E, Aad S, Karam C, Ghanem A.

Apr. 22 2026

BADEGEWOHNHEITEN BEI EKZEM: KEIN UNTERSCHIED ZWISCHEN TÄGLICHEM UND WÖCHENTLICHEM WASCHEN (NEWSBLOG 2026)

Die optimale Waschfrequenz bei atopischer Dermatitis ist seit Jahren Gegenstand klinischer Diskussionen – belastbare randomisierte Daten fehlten bislang weitgehend. Eine aktuelle pragmatische, online-basierte randomisierte Studie liefert nun evidenzbasierte Klarheit. In dieser britischen RCT wurden 438 Patienten mit selbstberichteter atopischer Dermatitis randomisiert, entweder täglich (≥6-mal/Woche) oder lediglich ein- bis zweimal pro Woche zu baden bzw. zu duschen. Über einen Zeitraum von vier Wochen wurden die Symptome mittels Patient-Oriented Eczema Measure (POEM) erfasst. Die Analyse zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen: Die mittlere Differenz im POEM-Score betrug −0,4 und war statistisch nicht signifikant. Beide Gruppen zeigten eine vergleichbare Symptomverbesserung im Verlauf. Die bisher oft dogmatisch geführte Empfehlung zur Waschfrequenz kann aufgrund dieser Studienergebnisse durch eine patientenzentrierte Herangehensweise ersetzt werden. Betroffene können ihre Bade- und Duschgewohnheiten flexibel an individuelle Präferenzen und Lebensumstände anpassen, ohne eine Verschlechterung der Erkrankung befürchten zu müssen.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Nov 10:ljaf417. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf417.
Weekly versus daily bathing for people with eczema: results of the Eczema Bathing online randomised controlled trial.
Bradshaw L, Howells LM, Muller I, Mitchell EJ, Baker A, Thuma L, Harrison EF, Hartshorne L, Jiang Y, Cowdell F, Leighton P, Montgomery AA, Ravenscroft J, Ridd MJ, Santer M, Tanaka RJ, Hilken N, Swinden R, Dooley R, Layfield C, Campbell EL, Tutt L, Collins S, Rogers NK, Clement K, Davies F, Owen T, Eddis-Finbow M, Patel D, Putrym G, Foulds A, Williams HC, Roberts A, Thomas KS.

Apr. 20 2026

NIACINAMID UND KARDIOVASKULÄRES RISIKO: HINWEISE AUF EINEN PROTEKTIVEN EFFEKT BEI DERMATOLOGISCHEN PATIENTEN (NEWSBLOG 2026)

Nicotinamid (Niacinamid) wird in der Dermatologie häufig zur Chemoprävention nichtmelanozytärer Hauttumoren eingesetzt. Während zuletzt potenzielle kardiovaskuläre Risiken durch Metaboliten diskutiert wurden, liefert eine aktuelle Real-World-Analyse nun Hinweise auf einen möglichen gegenteiligen Effekt. In dieser retrospektiven Kohortenstudie auf Basis der TriNetX-Datenbank wurden Patienten mit multiplen nichtmelanozytären Hautkarzinomen oder bullösem Pemphigoid untersucht, die Niacinamid (≥ 500 mg) einnahmen. Nach Propensity-Score-Matching wurden 3.231 Patienten pro Gruppe analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Einnahme von Niacinamid mit einem signifikant reduzierten Risiko für mehrere kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert war, darunter Myokardinfarkt mit ST-Hebung, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Herzstillstand. Diese protektiven Effekte waren auch in Subgruppenanalysen konsistent, unabhängig von einer vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankung. Die Ergebnisse stehen im Kontrast zu früheren Hinweisen auf mögliche kardiovaskuläre Risiken durch Nicotinamid-Metaboliten und sprechen für ein differenzierteres Verständnis der Substanz. Zu berücksichtigen ist jedoch der beobachtende Studiendesign-Charakter, der keine kausalen Schlussfolgerungen erlaubt, sowie eine eingeschränkte Generalisierbarkeit aufgrund der überwiegend weißen Studienpopulation und der begrenzten Nachbeobachtungszeit. Für die klinische Praxis deutet sich an, dass Niacinamid nicht nur dermatologisch wirksam, sondern möglicherweise auch kardiovaskulär sicher oder sogar vorteilhaft sein könnte – ein Aspekt, der insbesondere bei langfristiger Anwendung weiter untersucht werden sollte.

Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2025 Oct 31. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2025.10.115.
Decreased risk of cardiovascular disease in dermatology patients taking niacinamide: A TriNetX cohort study.
Salem Y, Liaqat M, Gonna N, Zamil D, Abu-Ghosh F, Merie A, Cassimatis D, Orengo I.

Apr. 17 2026

Wahrscheinlichkeit der Detektion eines Melanoms bei klinisch und dermatoskopisch als Granuloma pyogenicum eingeschätzten Läsionen (NEWSBLOG 2026)

Granuloma pyogenicum gilt als gutartige vaskuläre Läsion, kann jedoch klinisch und dermatoskopisch mit malignen Tumoren verwechselt werden, insbesondere mit amelanotischen Melanomen. In einer retrospektiven Analyse von 479 exzidierten Hautläsionen mit präoperativer Diagnose eines Granuloma pyogenicum untersuchten die Autoren die Häufigkeit von Fehldiagnosen sowie deren Risikofaktoren. Histopathologisch bestätigten sich in 9 % der Fälle alternative Diagnosen, darunter ein relevanter Anteil melanozytärer Läsionen. Insgesamt wurden sieben Fälle, entsprechend 1,5 %, als invasive Melanome identifiziert. Patienten mit Fehldiagnosen waren im Durchschnitt signifikant älter als jene mit korrekter Diagnose, und Läsionen an den Extremitäten wiesen ein deutlich höheres Risiko für eine Fehlklassifikation auf als solche am Rumpf. In der multivariaten Analyse erwiesen sich sowohl höheres Alter als auch die Lokalisation an den Extremitäten als unabhängige Risikofaktoren für eine Fehldiagnose, während Rumpfläsionen mit einem geringeren Risiko assoziiert waren. Auch wenn die absolute Rate an übersehenen Melanomen niedrig erscheint, ist sie aufgrund der potenziell schwerwiegenden Konsequenzen einer verzögerten Diagnose klinisch bedeutsam. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen diagnostischen Abklärung und einer niedrigen Schwelle zur histologischen Sicherung bei atypischen oder unklaren vaskulären Läsionen.

Quelle:
J Eur Acad Dermatol Venereol. 2025 Nov 14. http://doi.org/10.1111/jdv.70199.
Likelihood of detecting melanoma in lesions clinically and dermoscopically suspected as pyogenic granuloma.
Scharf C, Brancaccio G, Briatico G, Di Brizzi EV, Argenziano G, Moscarella E.

Apr. 15 2026

Einfluss biologischer Therapien auf die Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis (NEWSBLOG 2026)

Psoriasis geht häufig der Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis voraus, wobei unklar ist, ob moderne Biologika diesen Übergang beeinflussen können. In einer großen populationsbasierten Kohortenstudie untersuchten die Autoren, ob der Einsatz biologischer Therapien bei Patienten mit moderater bis schwerer Psoriasis mit einem geringeren Risiko für das Auftreten einer Psoriasis-Arthritis assoziiert ist. Grundlage war eine umfangreiche US-Datenbankanalyse, in der Patienten identifiziert wurden, die initial eine Phototherapie erhielten und anschließend entweder weiterhin ausschließlich damit behandelt wurden oder auf eine Biologikatherapie wechselten. Patienten mit bereits bestehender Psoriasis-Arthritis oder früherer Biologikaexposition wurden ausgeschlossen, um Verzerrungen zu minimieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten unter Biologika eine niedrigere Inzidenz für die Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis aufwiesen als Patienten, die ausschließlich mit Phototherapie behandelt wurden. Auch nach Anpassung an relevante Einflussfaktoren blieb dieser Zusammenhang bestehen. Die Daten legen nahe, dass biologische Therapien nicht nur die Hautmanifestation der Psoriasis kontrollieren, sondern möglicherweise auch einen protektiven Effekt hinsichtlich der Entstehung einer Gelenkbeteiligung haben. Obwohl kausale Schlussfolgerungen aufgrund des Studiendesigns eingeschränkt sind, unterstützen die Ergebnisse die Hypothese, dass eine frühzeitige systemische Therapie mit Biologika den Krankheitsverlauf der Psoriasis über die Haut hinaus positiv beeinflussen könnte.

Quelle:
J Eur Acad Dermatol Venereol. 2025 Nov 6. http://doi.org/10.1111/jdv.70167.
Effect of biologic use on the development of psoriatic arthritis: A population-based study.
Miao KL, Huang MY, Guo L, Lung K, Armstrong AW.

Apr. 13 2026

Assoziation von Januskinase-Inhibitoren mit einer reduzierten Depressionsrate bei Alopecia areata (NEWSBLOG 2026)

Die Alopecia areata ist nicht nur eine dermatologische Erkrankung, sondern geht häufig mit einer erheblichen psychischen Belastung einher, insbesondere mit einem erhöhten Risiko für depressive Erkrankungen. Januskinase-Inhibitoren haben sich als wirksame Therapieoption etabliert, ihr Einfluss auf die psychische Gesundheit war jedoch bislang unklar. In einer großen Real-World-Analyse auf Basis der internationalen TriNetX-Datenbank untersuchten die Autoren, ob die Behandlung mit JAK-Inhibitoren bei Patienten mit Alopecia areata mit einem geringeren Risiko für das Auftreten einer Major Depression assoziiert ist. Nach Propensity-Score-Matching wurden zwei vergleichbare Patientengruppen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten unter JAK-Inhibitoren ein signifikant reduziertes Risiko für depressive Erkrankungen sowie eine geringere Wahrscheinlichkeit für die Verordnung von Antidepressiva aufwiesen. Dieser Zusammenhang blieb über verschiedene Beobachtungszeiträume hinweg stabil. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei jüngeren Patienten sowie in bestimmten Subgruppen. Die Daten legen nahe, dass die therapeutische Wirkung von JAK-Inhibitoren über die reine Kontrolle des Haarverlusts hinausgehen könnte und auch positive Effekte auf die psychische Gesundheit entfaltet. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, sodass kausale Zusammenhänge nicht abschließend belegt werden können. Die Autoren fordern daher randomisierte Studien, um den potenziellen Zusatznutzen dieser Therapie im Hinblick auf psychische Begleiterkrankungen weiter zu klären.

Quelle:
J Eur Acad Dermatol Venereol. 2025 Nov 15. http://doi.org/10.1111/jdv.70184.
Association of Janus kinase inhibitors with reduced depression in alopecia areata.
Ho CY, Wu HL, Dai YX, Shih YH, Tai YH.

Apr. 12 2026

BASALZELLKARZINOM AM UNTERSCHENKEL: NEUES DERMATOSKOPISCHES MUSTER BESCHRIEBEN (NEWSBLOG 2026)

Basalzellkarzinome (BCC) an den unteren Extremitäten stellen diagnostisch häufig eine Herausforderung dar, da sie atypische dermatoskopische Muster aufweisen können. Eine aktuelle Studie identifiziert nun ein neues, potenziell hilfreiches diagnostisches Merkmal. In einer retrospektiven Analyse von 478 histologisch gesicherten BCC-Fällen wurde ein sogenanntes „purpura-like pattern“ beschrieben. Dieses zeigt sich als periphere, unscharfe Punkte oder Globuli auf einem kupferrot erscheinenden Hintergrund und war signifikant mit BCC der unteren Extremitäten assoziiert (Odds Ratio 7,13). Zusätzlich traten bei diesen Läsionen häufiger glomeruläre Punktgefäße, glänzend-weiße Strukturen und kleine Erosionen auf. Im Vergleichskollektiv nicht-maligner Hautveränderungen der unteren Extremität wurde dieses Muster nur selten beobachtet (3,8%), wobei es auch bei anderen Entitäten wie Kaposi-Sarkom oder Stauungsdermatitis vorkommen kann. Die Übereinstimmung zwischen den untersuchenden Dermatologen war hoch, was für eine gute Reproduzierbarkeit des Musters spricht. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Purpura-ähnliche Muster ein zusätzliches diagnostisches Kriterium für BCC an den unteren Extremitäten darstellen kann. In Kombination mit etablierten dermatoskopischen Zeichen könnte es die diagnostische Sicherheit in dieser oft schwierigen Lokalisation verbessern. Eine Bestätigung durch prospektive Studien steht jedoch noch aus.

Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2025 Dec 4:llaf537. http://doi.org/10.1093/ced/llaf537.
An additional dermoscopic clue in basal cell carcinoma of the lower limb: the purpura-like pattern.
Spadafora M, Sticchi A, Navarrete-Dechent C, Kaleci S, Pellacani G, Longo C.

Apr. 10 2026

BAP1-inaktivierte melanozytäre Tumoren mit charakteristischem p16-negativem klonalem Wachstum und Lebermetastasen (NEWSBLOG 2026)

BAP1-inaktivierte melanozytäre Tumoren gelten als eigenständige Subgruppe melanozytärer Neoplasien, die histologisch oft atypische Merkmale aufweisen, jedoch überwiegend ein gutartiges klinisches Verhalten zeigen. Typisch sind vergrößerte Zellen mit nukleärer Variabilität, prominenten Nukleolen sowie ein begleitendes lymphozytäres Infiltrat. In einer aktuellen Fallanalyse berichten die Autoren jedoch über zwei Patienten mit kutanen BAP1-inaktivierten Tumoren, die ein ungewöhnliches morphologisches Muster mit klonaler Expansion und Verlust der p16-Expression aufwiesen. Trotz vollständiger chirurgischer Entfernung der Primärtumoren entwickelten beide Patienten Lebermetastasen, ohne dass zuvor lokoregionäre Rezidive auftraten. Diese Beobachtung stellt das bislang als überwiegend benigne eingeschätzte biologische Verhalten dieser Tumorentität infrage und deutet auf mögliche alternative Progressionswege hin. Die beschriebenen Fälle unterstreichen die Notwendigkeit einer differenzierten histopathologischen Bewertung, insbesondere bei atypischen Wachstumsmustern, und legen nahe, dass bestimmte Subgruppen BAP1-inaktivierter Tumoren ein höheres malignes Potenzial besitzen könnten als bislang angenommen.

Quelle:
Am J Dermatopathol. 2025 Nov 14. http://doi.org/10.1097/DAD.0000000000003151.
BAP1-Inactivated Melanocytic Tumors With Distinctive p16-Negative Clonal Growth and Liver Metastases.
Wood BA, Shepard S, James C, Harvey NT, Mesbah Ardakani N.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
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