Newsblog
Juli 12 2026
Grüne Bohnen als überraschender Therapieansatz bei irritativer Windeldermatitis (NEWSBLOG 2026)
Die irritative Windeldermatitis gehört zu den häufigsten Hautproblemen auf neonatologischen Intensivstationen. Besonders anhaltende Durchfälle oder chronisch weiche Stühle erschweren die Behandlung und können trotz konsequenter lokaler Therapie zu schmerzhaften Erosionen führen. Eine Arbeitsgruppe aus den USA beschreibt nun einen ungewöhnlichen, aber praxisnahen Therapieansatz: pürierte grüne Bohnen wurden der enteralen Ernährung als natürliche Ballaststoffquelle zugesetzt, um die Stuhlkonsistenz zu verbessern und den Hautkontakt mit aggressivem Stuhl zu reduzieren. Nach Angaben der Autoren führte diese einfache Ernährungsmaßnahme zu einer deutlichen Besserung der irritativen Windeldermatitis und erwies sich als sichere, leicht umsetzbare und nicht topische Ergänzung der Standardtherapie. Der Ansatz greift damit nicht an der Haut selbst, sondern an einer wesentlichen Ursache der Erkrankung an. Auch wenn die bisherigen Daten noch auf klinischen Erfahrungen beruhen und kontrollierte Studien fehlen, eröffnet die Arbeit einen interessanten, ursachenorientierten Behandlungsansatz für persistierende Windeldermatitiden bei Neugeborenen mit chronisch weichen Stühlen.
Quelle:
Pediatr Dermatol. 2026 Feb 16. http://doi.org/10.1111/pde.70163
Enteral Green Beans in the Management of Neonatal Irritant Diaper Dermatitis.
Chiou A, Tufte L, Mahoney M, Boull C.
Juli 08 2026
JAK-Inhibitoren können Epikutantest-Reaktionen abschwächen (NEWSBLOG 2026)
Januskinase-(JAK)-Inhibitoren werden zunehmend zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen eingesetzt. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit weist nun darauf hin, dass diese Medikamente die Aussagekraft von Epikutantests erheblich beeinflussen könnten. In die Analyse gingen acht Studien ein, überwiegend mit Patienten, die gleichzeitig an atopischer Dermatitis und allergischer Kontaktdermatitis litten. Die meisten Untersuchungen verglichen Epikutantests vor und während einer Behandlung mit JAK-Inhibitoren, wobei Upadacitinib am häufigsten untersucht wurde, gefolgt von Abrocitinib, Tofacitinib und Baricitinib. Während der Therapie wurden bei fast 72 % der Patienten zuvor positive Epikutantests vollständig negativ. Bei den übrigen Patienten nahm zumindest die Zahl oder Intensität der positiven Reaktionen deutlich ab. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass JAK-Inhibitoren die zelluläre Immunantwort, auf der der Epikutantest beruht, relevant unterdrücken können. Für die klinische Praxis bedeutet dies, dass negative oder abgeschwächte Epikutantest-Ergebnisse unter laufender JAK-Inhibitor-Therapie mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Besteht weiterhin ein starker Verdacht auf eine allergische Kontaktdermatitis, könnte eine Testung vor Therapiebeginn oder – sofern medizinisch vertretbar – nach einer Therapiepause die diagnostische Aussagekraft verbessern. Aufgrund der bislang begrenzten Datenlage sind jedoch weitere prospektive Studien erforderlich.
Quelle:
Dermatitis. 2026 Feb 17. http://doi.org/10.1177/17103568261415887
Janus Kinase Inhibitors' Effect on Patch Testing: A Systematic Review.
Gratz BW, Chung S, Hussain AN.
Juli 06 2026
Metronidazol-Gel zeigt Wirksamkeit bei leichter chronischer Paronychie (NEWSBLOG 2026)
Die chronische Paronychie gehört zu den häufigen entzündlichen Erkrankungen des Nagelwalls und verläuft oft über Monate mit wiederkehrenden Schüben, Schmerzen und funktionellen Einschränkungen. Trotz der hohen klinischen Relevanz stehen bislang nur wenige einfach anzuwendende und evidenzbasierte Therapieoptionen zur Verfügung. Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte nun die Wirksamkeit und Sicherheit eines 0,75%igen Metronidazol-Gels bei Patienten mit leichter chronischer Paronychie. Hintergrund der Untersuchung ist die Erkenntnis, dass sich das bakterielle Milieu im Krankheitsverlauf verändert: Während frühe und milde Stadien überwiegend von aeroben Bakterien geprägt sind, nimmt in schwereren Verläufen der Anteil anaerober Keime zu. Da Metronidazol gezielt gegen anaerobe Mikroorganismen wirkt, könnte eine frühzeitige Behandlung das entzündliche Geschehen günstig beeinflussen. Die Studie liefert damit erstmals hochwertige klinische Evidenz für einen Therapieansatz, der bislang vor allem auf empirischer Erfahrung beruhte. Sollte sich die Wirksamkeit bestätigen, könnte topisches Metronidazol eine gut verträgliche, nichtinvasive Behandlungsoption für Patienten mit leichter chronischer Paronychie darstellen.
Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2026 Feb 13. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2026.02.031
Efficacy and safety of 0.75% metronidazole gel in patients with mild chronic paronychia: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial.
Mai S, Chen Y, Lu Y, Mio W, Yang L, Peng X, Huang D, Zhong H, Li J, He M, Ma H.
Juli 03 2026
Morbus Darier mit positivem Ansprechen auf Upadacitinib (NEWSBLOG 2026)
Morbus Darier ist eine seltene hereditäre Verhornungsstörung, für die bislang nur begrenzte wirksame Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Der Fallbericht beschreibt einen 31-jährigen Patienten mit schwerem, therapierefraktärem Morbus Darier, der auf konventionelle Behandlungen einschließlich topischer Kortikosteroide und oralem Acitretin nicht ausreichend angesprochen hatte. Nach Beginn einer Therapie mit dem selektiven JAK1-Inhibitor Upadacitinib (15 mg täglich) kam es innerhalb von zwölf Wochen zu einer deutlichen klinischen Besserung und einer ausgeprägten Linderung des Pruritus. Die Krankheitskontrolle blieb über mehr als sechs Monate erhalten, ohne dass unerwünschte Ereignisse berichtet wurden. Nach Einschätzung der Autoren könnte die Hemmung der JAK1-vermittelten Zytokinsignalübertragung sekundäre Entzündungsprozesse infolge der gestörten epidermalen Barriere abschwächen. Auch wenn die Evidenz derzeit auf einem einzelnen Fall beruht, weist dieser erste Bericht zum Einsatz von Upadacitinib bei Morbus Darier darauf hin, dass die JAK1-Inhibition einen vielversprechenden therapeutischen Ansatz darstellt, der in weiteren klinischen Studien untersucht werden sollte.
Quelle:
Am J Dermatopathol. 2026 May 1;48(5):410-411. http://doi.org/10.1097/DAD.0000000000003242.
A Case of Darier Disease With p.N767S Mutation in ATP2A2 Successfully Treated With Upadacitinib.
Sun Z, Bao L.
Juni 29 2026
Tumornekrosefaktor-α-Inhibitoren erhöhen das langfristige Risiko für hellen Hautkrebs und Melanome (NEWSBLOG 2026)
TNF-α-Inhibitoren zählen zu den wichtigsten Therapien chronisch-entzündlicher Erkrankungen. Eine große retrospektive Kohortenstudie liefert nun weitere Hinweise darauf, dass diese Medikamente langfristig mit einem erhöhten Risiko für kutane Malignome assoziiert sind. Analysiert wurden die Daten von 56.209 Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, darunter 13.377 Personen mit einer TNF-α-Inhibitor-Therapie. Nach multivariabler Adjustierung war die Behandlung mit einem signifikant erhöhten Risiko für Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome, Melanome sowie für Hauttumoren insgesamt assoziiert. Beruhigend ist jedoch, dass sich weder für nichtmelanozytäre Hauttumoren noch für Melanome Hinweise auf aggressivere Tumoreigenschaften fanden. Weder der histopathologische Schweregrad der Basal- und Plattenepithelkarzinome noch das klinische Stadium der Melanome unterschieden sich zwischen Patienten mit und ohne TNF-α-Inhibitor-Therapie. Die Ergebnisse sprechen daher nicht für biologisch aggressivere Tumoren, sondern vielmehr für eine erhöhte Erkrankungshäufigkeit. Die Autoren empfehlen, dieses Risiko bei der Langzeitbetreuung zu berücksichtigen und regelmäßige dermatologische Hautkrebsscreenings in das Management von Patienten unter TNF-α-Inhibitoren zu integrieren.
Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2026 Feb 16. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2026.02.035
Tumor necrosis alpha inhibitor therapy is associated with increased long-term risk of nonmelanoma skin cancer and melanoma: A retrospective cohort study.
Driscoll CB, Schwab G, Quan VL, McKenney J, Hooper MJ, Ramesh Kumar SKS, Kundu RV, Kundu SD.
Juni 27 2026
Tofacitinib bei genitalem Lichen sclerosus (NEWSBLOG 2026)
Der genitale Lichen sclerosus (GLS) ist eine chronisch-entzündliche Dermatose, die durch elfenbeinweiße Plaques, fortschreitende Vernarbungen sowie Symptome wie Dysurie, Pruritus und Dyspareunie gekennzeichnet ist. Darüber hinaus haben Betroffene ein erhöhtes Risiko, ein Plattenepithelkarzinom zu entwickeln, was zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führt. Obwohl die genaue Pathogenese des GLS bislang nicht vollständig geklärt ist, ermöglichen die derzeitigen Erstlinientherapien, insbesondere topische Kortikosteroide, häufig keine zufriedenstellende langfristige Krankheitskontrolle. Zunehmende Hinweise deuten darauf hin, dass Januskinase-(JAK-)Inhibitoren eine vielversprechende therapeutische Option darstellen könnten. Allerdings liegen zur Anwendung des breit wirksamen JAK-Inhibitors Tofacitinib bei GLS bislang nur wenige Daten vor; bisher wurden lediglich zwei Fallberichte veröffentlicht. Die vorliegende retrospektive Fallserie untersuchte daher die Wirksamkeit und Sicherheit einer oralen Tofacitinib-Therapie bei Patientinnen und Patienten mit GLS.
Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2026 Feb 17:S0190-9622(26)00259-8. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2026.02.045.
Effective treatment of genital lichen sclerosus with tofacitinib: A retrospective case series of 13 patients.
Shao H, Li Z, Zhao W, Zhang Y, Chen S, Tian H.
Juni 17 2026
Epidermolysis bullosa simplex: Bewährte Maßnahmen und neue Perspektiven (NEWSBLOG 2026)
Die Epidermolysis bullosa simplex (EBS) ist die häufigste Form der erblichen blasenbildenden Hauterkrankungen und macht rund 70% aller EB-Fälle aus. Trotz erheblicher Fortschritte bei anderen EB-Subtypen existiert bislang keine zugelassene spezifische Therapie für EBS. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst den derzeitigen Behandlungsstandard sowie vielversprechende neue Therapieansätze zusammen. Die Versorgung konzentriert sich aktuell vor allem auf symptomatische Maßnahmen mit dem Ziel, Blasenbildung, Schmerzen und Folgekomplikationen zu reduzieren. Zentrale Bestandteile sind eine konsequente Wundversorgung, die Vermeidung von Reibung und Feuchtigkeit sowie individuell angepasste Schuhe, Socken und Gehhilfen. Blasen sollten entlastet, jedoch nicht vollständig eröffnet werden, während nicht haftende Verbände sowie verdünnte Essig- oder Bleichbäder das Infektionsrisiko senken können. Da Hyperhidrose die Blasenbildung häufig verstärkt, kommen unter anderem Glycopyrronium, Oxybutynin oder Botulinumtoxin zum Einsatz. Die oft schmerzhafte palmoplantare Keratodermie bleibt therapeutisch eine Herausforderung; neben mechanischer Abtragung und keratolytischen Externa werden zunehmend gezielte Ansätze wie topisches Sirolimus untersucht. Darüber hinaus richtet sich das Interesse auf entzündungsmodulierende Therapien. Zu den derzeit erforschten Kandidaten gehören Apremilast, Dapson, Diacerein-haltige Externa, Deucravacitinib sowie topische Brokkolisprossen-Extrakte. Auch Tetrazyklin-Antibiotika werden häufig Off-Label zur Blasenreduktion eingesetzt. Besonders spannend sind die Fortschritte in der molekularen Medizin: Genbasierte Strategien wie siRNA-Technologien, TALEN-Verfahren und CRISPR-Cas9 eröffnen langfristig die Perspektive kausaler Therapien. Auch wenn derzeit noch keine zugelassene Behandlung für EBS verfügbar ist, entwickelt sich das therapeutische Spektrum dynamisch und gibt Anlass zur Hoffnung auf wirksamere, zielgerichtete Behandlungsoptionen in den kommenden Jahren.
Quelle:
Pediatr Dermatol. 2026 Feb 22. http://doi.org/10.1111/pde.70147.
Treatment Landscape for Epidermolysis Bullosa Simplex: A Review of Established and Emerging Therapies.
Hanrahan GB, Zhu A, Reusch DB, Teng JMC.
Juni 09 2026
Dermatofibrosarcoma protuberans: Aktuelle Empfehlungen zu Diagnose und Therapie (NEWSBLOG 2026)
Das Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP) ist ein seltenes, lokal aggressives Weichteilsarkom der Haut mit hoher Rezidivneigung, jedoch vergleichsweise geringer Metastasierungsrate. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst den derzeitigen Wissensstand zu Diagnostik und Management zusammen und betont die Bedeutung einer konsequenten lokalen Tumorkontrolle. Die Diagnose basiert auf der histopathologischen Untersuchung, wobei der Nachweis einer CD34-Positivität für die Diagnosesicherung wesentlich ist. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT sind nicht routinemäßig erforderlich, können jedoch bei Verdacht auf eine tiefere oder ausgedehnte subklinische Tumorausbreitung hilfreich sein. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die fibrosarkomatöse Variante des DFSP, die mit einer ungünstigeren Prognose und aggressiverem Verlauf assoziiert ist und interdisziplinär in spezialisierten Sarkomzentren betreut werden sollte. Als bevorzugtes Therapieverfahren empfehlen die Autoren die Mohs-Chirurgie, da sie eine vollständige Randkontrolle ermöglicht und mit den niedrigsten Lokalrezidivraten verbunden ist. Für nicht resektable Tumoren kommen Strahlentherapie und der Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib infrage. Vor Einleitung einer Imatinib-Therapie sollte jedoch die charakteristische COL1A1-PDGFB-Fusion molekular bestätigt werden. Darüber hinaus identifizieren aktuelle molekulare Untersuchungen potenzielle neue therapeutische Zielstrukturen wie EGFR, PD-L1 und PRAME. Fortschritte bei Organoidmodellen und Einzelzell-RNA-Sequenzierungen verbessern zudem das Verständnis der Tumorbiologie und könnten zukünftige Therapieansätze beeinflussen. Die Autoren weisen außerdem auf bestehende ethnische Unterschiede bei Diagnosestellung und Versorgung hin und plädieren insbesondere bei Patienten mit dunkler Hautfarbe für eine erhöhte diagnostische Aufmerksamkeit, um Fehldiagnosen und Behandlungsverzögerungen zu vermeiden.
Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2026 Feb 23. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2026.02.072.
Dermatofibrosarcoma protuberans: A clinical review of diagnosis and management.
Zhou MH, Stirrat TP, Alam M, Bordeaux JS, Brewer JD, Minkis K, Nouri K, Remotti F, Matushansky I, Lipner SR.
Juni 05 2026
Dermoskopische Merkmale des Nagelmelanoms (NEWSBLOG 2026)
Das Melanom des Nagelapparats zählt zu den diagnostisch anspruchsvollsten Formen des Melanoms. Da die klinischen Veränderungen oft unscheinbar sind, kommt es nicht selten zu erheblichen Diagnoseverzögerungen mit entsprechend ungünstigeren Prognosen. Ein aktueller Review fasst die verfügbaren dermoskopischen Erkenntnisse aus 26 Studien mit insgesamt 416 Patienten zusammen und identifiziert die wichtigsten Merkmale für die Früherkennung. Am häufigsten betroffen waren Erwachsene im fünften bis siebten Lebensjahrzehnt, wobei Fingernägel häufiger involviert waren als Zehennägel. Besonders oft waren Daumen und Großzehe betroffen. Die zuverlässigsten dermoskopischen Hinweise auf ein Nagelmelanom waren Pigmentunregelmäßigkeiten innerhalb des longitudinalen Bandes, insbesondere Mehrfarbigkeit (Heterochromie), unregelmäßige Abstände der Pigmentlinien sowie eine unregelmäßige Bandbreite. Ebenfalls häufig beschrieben wurden unscharfe Begrenzungen der Pigmentierung. Das klassische Hutchinson-Zeichen zeigte sich dagegen in weniger als der Hälfte der Fälle und erwies sich somit als deutlich weniger sensitiv als vielfach angenommen. Invasive Nagelmelanome waren häufiger mit destruktiven Veränderungen wie Nagelplattendystrophie oder Ulzerationen assoziiert, während Melanome in situ überwiegend subtilere pigmentäre Auffälligkeiten aufwiesen. Weitere dermoskopische Merkmale wie Punkte und Globuli, Triangle-Zeichen, Gefäßveränderungen, Blau-Weiß-Schleier, Hyperkeratosen oder oberflächliche Schuppung wurden zwar beschrieben, zeigten jedoch eine deutlich geringere Konsistenz. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass insbesondere Pigment-Irregularitäten die verlässlichsten dermoskopischen Warnsignale eines Nagelmelanoms darstellen. Die Arbeit unterstreicht zudem die Notwendigkeit einer standardisierten dermoskopischen Dokumentation und erinnert daran, bei verdächtigen longitudinalen Melanonychien frühzeitig eine Biopsie in Erwägung zu ziehen.
Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2026 Feb 27. http://doi.org/10.1093/ced/llag101.
Dermoscopic Features of Nail Unit Melanoma: A Scoping Review.
Kukunoor VD, Haff PL, Black TA, Farris DP, Nelson KC, Doan HQ.
Juni 01 2026
Tofacitinib bei erworbener reaktiv perforierender Kollagenose (NEWSBLOG 2026)
Therapierefraktäre erworbene reaktive perforierende Kollagenose bleibt klinisch oft schwer kontrollierbar – insbesondere bei starkem Pruritus und ausgeprägter Einschränkung der Lebensqualität. Diese retrospektive Fallserie zeigt nun bemerkenswerte Effekte von Tofacitinib bei vorbehandelten Patienten. Bereits nach wenigen Wochen kam es zu einer deutlichen Reduktion von Juckreiz und Krankheitslast, wobei fast zwei Drittel der Patienten eine nahezu vollständige klinische Remission erreichten. Hohe IgE-Ausgangswerte waren mit schlechterem Therapieansprechen assoziiert und könnten künftig als Biomarker für die Therapiewahl relevant werden. JAK-Inhibition entwickelt sich zunehmend zu einer vielversprechenden Option auch bei seltenen entzündlich-pruritischen Dermatosen. Für die Praxis bleibt die Evidenz zwar noch limitiert, die konsistenten Verbesserungen in dieser schwer behandelbaren Kohorte sind jedoch bemerkenswert.
Quelle:
Int J Dermatol 2026;65:1345-1348 http://doi.org/10.1111/ijd.70291
Tofacitinib for Acquired Reactive Perforating Collagenosis: A Retrospective Study of Efficacy and Safety.
Gan YT, Yan S, Liu Y, Chen FL.