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Zuletzt geändert von Administrator am 2025/12/23 13:40

März 06 2026

Rosazea unter Deucravacitinib: Eine australische Fallserie (NEWSBLOG 2026)

Deucravacitinib ist ein selektiver oraler Tyrosinkinase-2-Inhibitor zur Behandlung der Plaque-Psoriasis und gilt grundsätzlich als gut verträglich, wobei bislang vor allem Akne und Follikulitis als häufige kutane Nebenwirkungen beschrieben wurden. In einer australischen Fallserie berichten die Autoren jedoch über sieben Patienten, die nach Beginn der Therapie eine typische papulopustulöse Rosazea entwickelten. Obwohl bei den meisten Betroffenen eine klinische Besserung der Psoriasis erzielt wurde, führte die Ausprägung und subjektive Belastung durch die Rosazea in allen Fällen zum Absetzen des Medikaments. Die Beobachtungen verdeutlichen, dass Rosazea als potenziell relevante unerwünschte Wirkung von Deucravacitinib auftreten kann und die Therapietoleranz erheblich beeinflusst. Für die Praxis bedeutet dies, dass neu auftretende entzündliche Gesichtsläsionen unter TYK2-Inhibition differenzialdiagnostisch sorgfältig bewertet werden sollten, um frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen und Therapieentscheidungen individuell anzupassen.

Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2025 Nov 25;50(12):2482-2485. http://doi.org/10.1093/ced/llaf418.
TYK-ed off by rosacea: an Australian case series of rosacea associated with deucravacitinib.
Warren Z, West C, Sander C, Lai FYX.

März 04 2026

Analyse von IgG-Antikörpern gegen parodontopathogene Bakterien im Serum von Patienten mit palmoplantarer Pustulose und Parodontitis (NEWSBLOG 2026)

Odontogene Infektionen werden seit Längerem als möglicher Risikofaktor für die palmoplantare Pustulose diskutiert. Vorangegangene Untersuchungen des oralen Mikrobioms hatten bei Betroffenen erhöhte Anteile von Prevotella-Spezies gezeigt, einer Bakteriengattung, die typischerweise in tiefen parodontalen Taschen nachweisbar ist. In der vorliegenden Studie analysierten die Autoren die Serum-IgG-Antikörpertiter gegen parodontopathogene Keime bei Patienten mit Parodontitis und gleichzeitiger palmoplantarer Pustulose und verglichen diese mit Parodontitispatienten ohne systemische Begleiterkrankung. Zusätzlich wurde geprüft, ob Zusammenhänge zwischen den Antikörpertitern und klinischen Entzündungsparametern wie dem Blutungsindex beim Sondieren sowie der entzündeten parodontalen Oberfläche bestehen. Während sich die klassischen parodontalen Entzündungsmarker zwischen beiden Gruppen nicht signifikant unterschieden, zeigten Patienten mit palmoplantarer Pustulose signifikant erhöhte IgG-Titer gegen Prevotella intermedia. Darüber hinaus korrelierte das Ausmaß der entzündeten parodontalen Oberfläche in dieser Gruppe signifikant mit der Höhe der Anti-Prevotella-intermedia-Antikörper. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine Infektion mit Prevotella intermedia bei Parodontitispatienten mit palmoplantarer Pustulose häufiger vorkommt und möglicherweise an der Pathogenese der Hauterkrankung beteiligt ist. Damit erhärtet sich die Hypothese einer oralen Entzündungsquelle als systemischer Triggerfaktor, was interdisziplinäre Behandlungsansätze zwischen Dermatologie und Zahnmedizin weiter in den Fokus rückt.

Quelle:
J Dermatol. 2025 Dec;52(12):1811-1818. http://doi.org/10.1111/1346-8138.17939.
An Analysis of IgG Antibody to Periodontopathic Bacteria in Serum of Palmoplantar Pustulosis Patients With Periodontitis.
Murai O, Chiba M, Suzuki K, Suwabe K, Sasaki D, Akasaka T, Yaegashi T.

März 02 2026

Mittelmeerdiät bei Patienten mit Psoriasis (NEWSBLOG 2026)

Die Rolle der Ernährung in der Therapie der Psoriasis wird seit Jahren intensiv diskutiert, belastbare randomisierte Studien fehlten jedoch bislang weitgehend. In der MEDIPSO-Studie untersuchten die Autoren, ob eine strukturierte Mittelmeerdiät über 16 Wochen die Krankheitsaktivität bei Erwachsenen mit milder bis moderater Psoriasis unter stabiler topischer Therapie beeinflussen kann. In der offenen, randomisierten Studie wurden die Teilnehmer entweder einem diätetisch begleiteten Mittelmeerdiät-Programm mit individueller Beratung, Schulungsmaterialien und regelmäßiger Bereitstellung von nativem Olivenöl extra oder einer Kontrollgruppe mit allgemeiner fettarmer Ernährungsempfehlung ohne intensive Betreuung zugeteilt. Primärer Endpunkt war die Veränderung des Psoriasis Area and Severity Index nach 16 Wochen. Die Interventionsgruppe zeigte eine deutliche und statistisch signifikante Reduktion der Krankheitsaktivität, während sich in der Kontrollgruppe keine relevante Veränderung ergab. Fast die Hälfte der Patienten in der Mittelmeerdiät-Gruppe erreichte eine mindestens 75-prozentige Verbesserung des PASI, wohingegen dies in der Kontrollgruppe nicht beobachtet wurde. Zusätzlich verbesserten sich metabolische Parameter, insbesondere der HbA1c-Wert, signifikant zugunsten der Interventionsgruppe. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine konsequent umgesetzte Mittelmeerdiät entzündungsmodulierende Effekte entfalten und als adjuvante Maßnahme die klinische Kontrolle der Psoriasis verbessern kann. Angesichts der bekannten kardiometabolischen Begleiterkrankungen bei Psoriasis erscheint dieser Ansatz nicht nur dermatologisch, sondern auch systemisch relevant und unterstützt die Integration strukturierter Ernährungskonzepte in multimodale Therapiestrategien.

Quelle:
JAMA Dermatol. 2025 Dec 1;161(12):1215-1223. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2025.3410.
Mediterranean Diet and Patients With Psoriasis: The MEDIPSO Randomized Clinical Trial.
Perez-Bootello J, Berna-Rico E, Abbad-Jaime de Aragon C, Goni L, Vazquez-Ruiz Z, Neria F, Cova-Martin R, Naharro-Rodriguez J, Ballester-Martinez A, Pindado-Ortega C, Monge D, Blauvelt A, Jaen P, Mehta N, Gelfand JM, Martinez-Gonzalez MA, Gonzalez-Cantero Á.

Feb. 27 2026

Haut-zu-Haut-Transfer von Erdnussallergenen und Einfluss des Händewaschens (NEWSBLOG 2026)

Erdnussallergien betreffen in Europa einen relevanten Anteil von Kindern, wobei die atopische Dermatitis als zentraler Risikofaktor für eine allergische Sensibilisierung über die Haut gilt, insbesondere im frühen Kindesalter. In einer mechanistischen In-vivo-Studie untersuchten die Autoren, wie Erdnussproteine primär auf die Haut übertragen werden, in welchem Ausmaß ein sekundärer Haut-zu-Haut-Transfer stattfindet und welchen Einfluss Händewaschen auf diese Prozesse hat. In Versuchen mit gesunden Probanden wurde gezeigt, dass ein erheblicher Anteil der aufgebrachten Erdnussproteine bereits bei der primären Exposition in die obere Hornschicht eindringt, wobei wässrige Lösungen eine stärkere Penetration ermöglichten als glycerinhaltige Zubereitungen. Ein Teil der Proteine konnte anschließend sekundär auf andere Hautareale übertragen werden, wobei das Ausmaß dieses Transfers vom zuvor applizierten Proteinanteil und vom Lösungsmittel abhing. Entscheidend war der Effekt der Händehygiene, da durch Waschen ein Großteil der allergenen Proteine von der Haut entfernt werden konnte. Dabei erwiesen sich Seifen mit nichtionischen Tensiden bei wässrigen Lösungen als deutlich effektiver als klassische anionische Seifen, während bei glycerinhaltigen Lösungen beide Seifentypen eine nahezu vollständige Entfernung der Proteine ermöglichten. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie rasch eine relevante Kontamination der Haut mit Erdnussallergenen erfolgen kann und dass eine konsequente Händehygiene den Haut-zu-Haut-Transfer erheblich reduziert. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder mit atopischer Dermatitis unterstreichen die Daten die Bedeutung geeigneter Waschstrategien zur Prävention einer kutanen Sensibilisierung.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Sep 18;193(4):696-705. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf214.
Mechanistic in vivo studies of secondary skin-to-skin peanut allergen transfer to determine the impact of hand washing in reducing the risk of cutaneous sensitization.
Baber C, Busch L, Klein AL, Infante VHP, Abdul-Jabbar S, Benaouda F, Khurana P, Jones SA, Novak N, Santos AF, Flohr C, Meinke MC, Lohan SB.

Feb. 23 2026

Anhaltende Remission von Schüben der Psoriasis guttata durch kurzfristige Interleukin-23-Hemmung (NEWSBLOG 2026)

Die Psoriasis guttata ist eine Unterform der Psoriasis, die sich durch zahlreiche kleine, tropfenförmige, schuppende Papeln und Plaques auszeichnet und häufig einen akuten Verlauf nimmt. Die zugrunde liegenden pathophysiologischen Mechanismen gelten als multifaktoriell, wobei zunehmend gewebsständige Gedächtnis-T-Zellen als zentrale Treiber von Entzündung, Persistenz und Chronifizierung psoriatischer Läsionen angesehen werden. Vor diesem Hintergrund rücken Therapien in den Fokus, die gezielt die Interleukin-23/Interleukin-17-Achse modulieren. Die Autoren berichten über eine Fallserie von neun Patienten mit Psoriasis guttata, die mit Risankizumab, einem Inhibitor der IL-23p19-Untereinheit, behandelt wurden. Unter der kurzfristig eingesetzten Therapie kam es bei allen Patienten zu einer anhaltenden Abheilung der Hautveränderungen. Die Beobachtungen stützen die Annahme, dass eine selektive Blockade von Interleukin 23 im Vergleich zur direkten Interleukin-17-Hemmung wirksamer zur Suppression pathogener gewebsständiger Gedächtnis-T-Zellen beitragen könnte. Auch wenn es sich um eine kleine Fallserie handelt, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine zeitlich begrenzte IL-23-Inhibition bei ausgewählten Patienten mit Psoriasis guttata zu einer nachhaltigen Krankheitskontrolle führen kann und damit einen potenziell krankheitsmodifizierenden Ansatz darstellt.

Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2025 Dec;93(6):1582-1584. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2025.08.017.
Sustained remission of guttate psoriasis flares with short-term interleukin-23 inhibition: A case series.
Hodelin C, Xie CB, Katini S, Johnston MS, Cohen JM.

Feb. 22 2026

Glucagonähnliche Peptid-1-Rezeptoragonisten und Haarausfall als neues klinisches Warnsignal (NEWSBLOG 2026)

Die zunehmende Anwendung von Glucagonähnlichen Peptid-1-Rezeptoragonisten, insbesondere Semaglutid und Tirzepatid, hat zu wachsender Aufmerksamkeit hinsichtlich möglicher dermatologischer Nebenwirkungen geführt. Obwohl Haarausfall in den Zulassungsstudien nicht berichtet wurde, weisen pharmakovigilante Analysen, retrospektive Kohortenstudien und Modellierungen zunehmend auf einen möglichen Zusammenhang hin. Höhere Inzidenzen scheinen mit oralen Applikationsformen und höheren Dosierungen assoziiert zu sein, was auf dosis- und applikationsabhängige Effekte hindeutet. Ein rascher Gewichtsverlust gilt als wahrscheinlicher Auslöser insbesondere des Telogeneffluviums, jedoch sprechen Berichte über androgenetische und vernarbende Alopezien für zusätzliche pathogenetische Mechanismen. Diskutiert werden Mikronährstoffdefizite sowie endokrine Veränderungen mit Einfluss auf den Haarzyklus. Auch wenn ein kausaler Zusammenhang bislang nicht gesichert ist, rechtfertigt die Konsistenz der Befunde eine erhöhte klinische Aufmerksamkeit. Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sollten gezielt nach Haarveränderungen fragen und bei Bedarf frühzeitig eine dermatologische Abklärung veranlassen. Prospektive Studien sind erforderlich, um Häufigkeit, Risikofaktoren und Pathophysiologie dieses potenziellen Arzneimitteleffekts genauer zu definieren.

Quelle:
Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology http://doi.org/10.1111/jdv.70088
Glucagon-like peptide-1 receptor agonists and hair loss: An emerging clinical concern
Jose María Camino-Salvador, Francisco José Rodríguez-Cuadrado, Elena-Lucía Pinto-Pulido, Miriam Fernández-Parrado

Feb. 20 2026

Verringertes Risiko für Wachstumsverzögerungen bei Kindern mit atopischer Dermatitis unter Dupilumab (NEWSBLOG 2026)

Der Zusammenhang zwischen atopischer Dermatitis und dem linearen Wachstum im Kindesalter wird seit Jahren kontrovers diskutiert, ebenso wie der potenzielle Einfluss moderner Biologika auf die Körpergröße. In einer großen retrospektiven Kohortenstudie auf Basis des TriNetX US Collaborative Network untersuchten die Autoren das Risiko für Wachstumsverzögerungen bei Kindern mit atopischer Dermatitis und analysierten zusätzlich den Einfluss einer Behandlung mit Dupilumab im Vergleich zu konventionellen systemischen Immunmodulatoren. Eingeschlossen wurden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die zwischen 2018 und 2023 beobachtet wurden. Im Vergleich zu propensity-score-gematchten Kontrollpersonen ohne atopische Dermatitis zeigten betroffene Kinder ein signifikant erhöhtes Risiko, unter die 5., 25. oder 50. Körpergrößenperzentile zu fallen, insbesondere Jungen und Kinder über sechs Jahren. Schlafstörungen und der Einsatz von Kortikosteroiden wirkten dabei als relevante modifizierende Faktoren. Innerhalb der Gruppe mit atopischer Dermatitis war eine Therapie mit Dupilumab jedoch mit einem deutlich reduzierten Risiko für Wachstumsdefizite assoziiert, unabhängig davon, ob die niedrigsten oder mittleren Perzentilen betrachtet wurden. Der schützende Effekt zeigte sich besonders ausgeprägt bei männlichen Patienten, älteren Kindern sowie bei höherem Body-Mass-Index. Obwohl keine Angaben zum Schweregrad der Dermatitis vorlagen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Dupilumab nicht nur die Krankheitsaktivität kontrolliert, sondern möglicherweise auch wachstumshemmende Effekte der Erkrankung abmildert. Die Autoren betonen vor diesem Hintergrund die Bedeutung einer regelmäßigen Wachstumsüberwachung bei Kindern mit atopischer Dermatitis sowie den potenziellen Stellenwert wachstumsschonender Therapiestrategien.

Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2025 Dec;93(6):1471-1480. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2025.08.020.
Decreased risk of reduced linear growth among children with atopic dermatitis receiving dupilumab: A cohort study.
Chen TL, Ma SH, Ou WF, Chen CC, Wu CY.

Feb. 16 2026

Cephalexin bei penicillinallergischen Patienten in der Dermatochirurgie (NEWSBLOG 2026)

Etwa jeder zehnte Patient gibt eine Penicillinallergie an, was in der dermatologischen Chirurgie traditionell dazu führt, dass Cephalexin zur perioperativen Prophylaxe vermieden und auf alternative Antibiotika ausgewichen wird. Auf Grundlage einer systematischen Auswertung der verfügbaren Literatur untersuchten die Autoren, ob diese Praxis evidenzbasiert gerechtfertigt ist. Die Analyse zeigt, dass weniger als fünf Prozent der als penicillinallergisch eingestuften Patienten tatsächlich eine echte, persistierende Penicillinallergie aufweisen. Zudem ist die Kreuzreaktivität zwischen Penicillinen und Cephalosporinen insgesamt gering, insbesondere bei Substanzen ohne identische R1-Seitenkette. Zwar besteht bei Patienten mit nachgewiesener Allergie gegen Aminopenicilline wie Amoxicillin oder Ampicillin ein etwas erhöhtes Risiko für Kreuzreaktionen mit Cephalexin, dieses betrifft jedoch nicht andere Penicillinformen. Für Patienten mit niedrigem Allergierisiko ist das Auftreten schwerer allergischer Reaktionen unter Cephalosporinen nach den ausgewerteten Daten äußerst selten. Gleichzeitig weist Cephalexin im Vergleich zu alternativen Antibiotika ein günstigeres Nebenwirkungsprofil und eine höhere Wirksamkeit auf. Vor diesem Hintergrund sprechen sich die Autoren dafür aus, Cephalexin auch bei dokumentierter Penicillinallergie, einschließlich anamnestisch berichteter Anaphylaxie, als Mittel der ersten Wahl für die perioperative Antibiotikaprophylaxe in der dermatologischen Chirurgie einzusetzen, wobei bei bestätigter Aminopenicillinallergie eine sorgfältige individuelle Risikoabwägung erforderlich bleibt.

Quelle:
Dermatol Surg. 2025 Aug 6. http://doi.org/10.1097/DSS.0000000000004784
The Use of Perioperative Cephalexin in Penicillin Allergic Patients in Dermatologic Surgery: An Advisory Statement
Campbell E, Virk A, Gonzalez-Estrada A, Lessard S, Otley C

Feb. 13 2026

Intralesionales Rituximab bei therapierefraktären Läsionen des Pemphigus (NEWSBLOG 2026)

Läsionen bei Pemphigus zeigen in der Mundhöhle und am Kapillitium im Vergleich zu anderen Lokalisationen häufig eine verzögerte Abheilung, was nicht selten zu einer verlängerten systemischen Kortikosteroidtherapie mit entsprechenden Nebenwirkungen führt. Während intravenöses Rituximab einen festen Stellenwert in der Pemphigus-Therapie hat, liegen bislang nur wenige Daten zur Anwendung von intraläsionalem Rituximab bei lokalisierten, therapieresistenten mukokutanen Läsionen vor. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie untersuchten die Autoren Wirksamkeit und Sicherheit von intraläsionalem Rituximab bei Patienten mit Pemphigus und refraktären Manifestationen in der Mundhöhle oder am Kapillitium. Das intraläsionale Rituximab wurde in einer Dosierung von 5 mg pro Quadratzentimeter in zwei Sitzungen im Abstand von zwei Wochen verabreicht, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit intravenösem Rituximab. Der Therapieerfolg wurde anhand des Pemphigus Disease Area Index sowie der Anti-Desmoglein-Antikörperspiegel zu Beginn und nach sechs Monaten beurteilt. Insgesamt wurden 33 Patienten eingeschlossen, von denen der Großteil zusätzlich intravenöses Rituximab erhielt. Nach sechs Monaten zeigten sich sowohl bei Patienten mit alleiniger intraläsionaler Therapie als auch bei kombinierter intravenöser und intraläsionaler Behandlung signifikante Reduktionen der Krankheitsaktivität und der Autoantikörperspiegel. Gleichzeitig nahm der Anteil der Patienten unter systemischer Kortikosteroidtherapie deutlich ab. Als einzige Nebenwirkung wurde lokaler Schmerz an der Injektionsstelle beobachtet. Insgesamt stellt das intraläsionale Rituximab eine sichere, kosteneffiziente und steroidsparende Behandlungsoption für lokalisierte, therapierefraktäre Pemphigusläsionen dar und kann insbesondere in Kombination mit intravenösem Rituximab einen synergistischen Nutzen bieten.

Quelle:
Int J Dermatol. 2026 Jan;65(1):119–123. http://doi.org/10.1111/ijd.18001
Intralesional Rituximab in Recalcitrant Oral and Scalp Lesions of Pemphigus: A Retrospective Study.
Viswanath V, Kane IK, Sanklecha NM, Joshi PR.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
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