CH50 könnte neuer Biomarker für Antihistaminika-Resistenz bei chronischer spontaner Urtikaria werden (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/07/16 05:50

CH50 könnte neuer Biomarker für Antihistaminika-Resistenz bei chronischer spontaner Urtikaria werden (NEWSBLOG 2026)

Bei der chronischen spontanen Urtikaria sprechen zahlreiche Patienten unzureichend auf Antihistaminika an. Eine spanische Beobachtungsstudie identifiziert nun die Gesamtaktivität des Komplementsystems (CH50) als vielversprechenden Biomarker für Krankheitsaktivität und Therapieresistenz. Untersucht wurden 180 Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria sowie 45 gesunde Kontrollpersonen. Erhöhte CH50-Werte waren mit einer stärkeren Krankheitsaktivität, längerer Erkrankungsdauer sowie erhöhten D-Dimer- und Anti-TPO-IgG-Spiegeln assoziiert. Besonders bemerkenswert war die enge Beziehung zwischen hohen CH50-Werten und einer fehlenden Wirksamkeit von Antihistaminika der zweiten Generation. Der CH50-Test sagte eine Antihistaminika-Resistenz mit einer hohen diagnostischen Genauigkeit voraus und übertraf etablierte Marker wie D-Dimer, C4 oder den UAS7. Dagegen bestand kein Zusammenhang zwischen CH50 und dem Ansprechen auf Omalizumab. Die Autoren sehen im kostengünstigen und breit verfügbaren CH50-Test einen potenziellen Biomarker, der künftig helfen könnte, Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria frühzeitig zu stratifizieren und eine individuellere Therapieplanung zu ermöglichen. Vor einer breiten klinischen Anwendung sind jedoch prospektive multizentrische Validierungsstudien erforderlich.

Quelle:
Int J Dermatol. 2026 Feb 15. http://doi.org/10.1111/ijd.70339
CH50 as a Clinically Useful Biomarker of Disease Activity and Antihistamine Resistance in Chronic Spontaneous Urticaria: An Observational Ambispective Single-Center Study.
Planella-Fontanillas N, Berna-Rico E, Pesqué D, Andrades E, Sánchez S, Torres-Bosó P, Gimeno R, Gallardo F, Pujol RM, Giménez-Arnau AM.

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